Noser Ruedi · Ständerat · 2020-06-04
Noser Ruedi · Ständerat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion · 2020-06-04
Wortprotokoll
Zuerst einmal zu meiner Interessenbindung: Ich habe erstens einen Jungen in der Nachwuchsabteilung im Eishockey. Zweitens bin ich auch sehr in Clubs engagiert und beteilige mich dort, auch finanziell. Aber das ist nicht der Grund, weshalb ich das Wort ergriffen habe.
Wir sind hier in einer Seldwyla-Debatte. Hören Sie sich mal die Argumente an. Herr Würth und Herr Kuprecht haben im Detail erklärt, warum es nicht funktioniert, und die Befürworter haben das bestätigt, weil die Abwicklung so vorgesehen ist, dass die Hilfe gar nicht benutzt wird. Herr Bundesrat Maurer hat es sinngemäss auch so gesagt. Entschuldigung: Was machen wir da?
Dann ist doch das Ehrlichste, Herrn Würth zu folgen. Schauen Sie mal das Problem an. Die Clubs sind gesund, die Kredite sind abgesichert, wurde gesagt. Ich kenne keinen gesunden Club, und ich kenne keinen abgesicherten Club. Es wird gesagt, es wird mit Werbeeinnahmen abgesichert. Ich [PAGE 354] kenne wenige Clubs mit Werbeeinnahmen. Ich kenne nur Clubs mit Sponsoreneinnahmen. Ich sage Ihnen einfach etwas als einer, der x-mal Sponsoren gesucht hat: Wenn Sie Sponsoren für die Zukunft suchen, haben Sie eine gewisse Chance. Wenn Sie Sponsoren suchen, um Verluste aus der Vergangenheit zu decken, dann haben Sie es schwer. Und wenn Sie Sponsoren suchen, um die Vergangenheit von Clubs anderer Orte zu finanzieren, dann haben Sie keine Chance. Das ist die Sicherheit hinter diesem Kredit. Diese Verordnung ist das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben ist. Das ist die ehrliche Antwort. Herr Würth hat den richtigen Antrag gestellt: da eine Null hinzusetzen.
Zum Schluss noch die Frage: Was ist denn das Problem? Ich habe als Vertreter des Sports gar nichts dagegen, dass man sagt, der Sport sei wichtig. Da habe ich nichts dagegen. Aber wenn der Sport wichtig ist, müsste man doch mal schauen, was das Problem ist. Der Bund verbietet es, Zuschauer im Stadion zu haben, Zuschauer, die Eintritte bezahlen. Bei der Kulturförderung hat man das so gemacht, dass man den Kulturinstitutionen gesagt hat: Okay, wenn ihr die Eintritte nicht habt, könnt ihr sie dem Bund in Rechnung stellen. Wenn man eine Lösung wollte, dann gäbe es andere Wege, wie man eine Lösung finden könnte. Man könnte zum Beispiel die ausgefallenen Ticketeinnahmen in irgendeiner Form ersetzen oder was auch immer. Da braucht es gar nicht so komische Auflagen und Sicherheiten. Denn die Verluste, die die Sportvereine jetzt einfahren, werden sie nicht mit zukünftigen Gewinnen ausgleichen können. Ansonsten habe ich zwanzig Jahre Sportengagement nicht verstanden.
Ich bitte Sie, Herrn Würth zu folgen.