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Keller-Sutter Karin · Bundesrat · 2020-06-11

Keller-Sutter Karin · Bundesrat · St. Gallen · 2020-06-11

Wortprotokoll

Ständerat Chiesa hat es gesagt, zeitlich sind seine beiden Vorstösse jetzt überholt. Aber es war immer eine grosse Sorge des Bundesrates, die Bevölkerung gerade auch im Tessin zu schützen. Als wir damals die Grenzen gegenüber Italien schlossen, taten wir das aus zwei Gründen: Erstens wollten wir die Überlastung der Spitalinfrastruktur im Tessin verhindern. Das wurde zwar einmal etwas kritisch vermerkt, aber es ist natürlich schon so, dass man ja nicht wusste, ob Patienten, viele Patienten aus der Lombardei ins Tessin gehen würden. Das wusste man nicht. Zweitens wollte man dann auch die Mobilität einschränken, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Es war aber dem Bundesrat immer ein Anliegen, und das mussten wir mit Italien auch besprechen, dass die Grenzgänger in die Schweiz einreisen konnten. Es ging dabei vor allem um jene, die im Spitalbereich arbeiten.

Ricordo che ci sono 4000 frontalieri che lavorano nel settore sanitario in Ticino. Wir wollten wirklich, dass diese Leute, aber auch Personen, die für andere Branchen und Industrien wichtig, systemrelevant sind - ich benutze jetzt dieses Wort, das ja oft verwendet wird -, in die Schweiz einreisen konnten. Das Volumen hat sich ja extrem verringert. Wir hatten teilweise an der Grenze im Tessin am Wochenende Frequenzen, die um 90 Prozent tiefer waren, und unter der Woche waren sie 60 bis 70 Prozent tiefer. Das zeigt also, dass wirklich nur noch jene kommen konnten, die, sage ich jetzt einmal, in der Schweiz gebraucht wurden.

Das vielleicht noch als Ergänzung: Ihre Motion trägt den Titel "Coronavirus e frontiere. Domani è tardi". Adesso che siamo a giugno potremmo dire "domani è troppo tardi".

[VS]