Hegglin Peter · Ständerat · 2020-09-24
Hegglin Peter · Ständerat · Zug · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2020-09-24
Wortprotokoll
Letzte Woche haben wir eine intensive Diskussion über die Absenkpfade bei Pflanzenschutzmitteln geführt. Mit einer deutlichen Mehrheit haben Sie beschlossen, den Absenkpfad mit der parlamentarischen Initiative 19.475 gesetzlich zu verankern. Die mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verbundenen Risiken für Flüsse und Seen sollen bis 2027 um 50 Prozent reduziert werden. Als Referenzwert dient das Mittel der Jahre 2012 bis 2015. Um das Ziel zu erreichen, genügen Verbote nicht. Es braucht weitere den Pestizideinsatz reduzierende Massnahmen.
Im Rahmen der Diskussion zu dieser parlamentarischen Initiative hat die Kommission deshalb einstimmig die vorliegende Kommissionsmotion beschlossen. Sie hat zum Ziel, eine Forschungs- und Züchtungs-Initiative zu lancieren, um die Risiken zu reduzieren, Alternativen zum Pflanzenschutzmitteleinsatz zu entwickeln und resistentere Sorten zu züchten. Es genügt nämlich nicht, Absenkpfade zu beschliessen, wenn keine krankheitsresistenten Sorten oder praxistauglichen Methoden vorhanden sind. Wenn solche Alternativen fehlen, reduziert sich die inländische Lebensmittelproduktion, und Importe von Lebensmitteln steigen. Die Agrarforschung muss deshalb rasch Antworten liefern.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Pflanzenzüchtung. Vielfach kamen in der Vergangenheit die resistenten Neuzüchtungen aus Osteuropa. In diesem Bereich hat die Schweiz in der Vergangenheit zu wenig geforscht und entwickelt. Es muss das Ziel sein, Früchte, Gemüse, Ackerkulturen und Tiere zu züchten, die wenig krankheitsanfällig, pilz- und schädlingsresistent und trotzdem leistungsstark sind und von den Konsumentinnen und Konsumenten gewünscht werden. Zusätzliche Forschungen und Entwicklungen von Geräten und Anbaumethoden, die einen geringeren Bedarf an Pflanzenschutzmitteln haben, sind ebenfalls dringend.
Die Kommission verspricht sich von verbesserten Anbautechniken und -methoden, der Förderung von Nützlingen, einer optimierten Beikrautregulierung, der Digitalisierung und von neuartigen Robotern substanzielle Verbesserungen. Mit neuartigen Feldrobotern kann das Spritzen zum Beispiel noch mehr durch Jäten und Hacken ersetzt werden. Erste innovative Geräte sind auf dem Markt. Das Tätigkeitsfeld ist gross, und den Ideen und Möglichkeiten sind fast keine Grenzen gesetzt. Mit kleinen, leichten Robotern können auch schwerere Geräte ersetzt, kann der Bodendruck reduziert und damit die Bodenfruchtbarkeit verbessert werden. Fruchtbare Böden sind schliesslich das A und O für gesunde Früchte.
Mit der Motion will die WAK-S den Bundesrat beauftragen, entsprechend vermehrt tätig zu werden.
Der Bundesrat erkennt ebenfalls Handlungsbedarf und empfiehlt, die Motion anzunehmen. Sie haben heute die Möglichkeit, einen ersten Pflock in diese Richtung einzuschlagen und die Motion ebenfalls zu unterstützen.
Besten Dank, wenn Sie die Motion annehmen.