Stöckli Hans · Ständerat · 2020-09-25
Stöckli Hans · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2020-09-25
Wortprotokoll
J'ai le très grand plaisir d'ouvrir la séance d'aujourd'hui. Je vous prie de prendre place. Vous pouvez vous saluer à travers les vitres en plexiglas et ainsi prendre congé les uns des autres, mais d'abord, nous devons encore travailler.
Wir haben uns heute von drei Mitarbeitenden der Parlamentsdienste zu verabschieden, die ich recht herzlich bei uns im Ratssaal begrüsse.
Zuerst verabschieden wir uns von Herrn Jean-Claude Hayoz. Herr Hayoz war Leiter der Parlamentsbibliothek und bis Ende März auch bei uns im Ständerat tätig; er kennt daher diesen Saal bestens. Er hat seine Tätigkeit in diesem Hause 1989 als stellvertretender Leiter der damaligen Dokumentationszentrale, der heutigen Parlamentsbibliothek, aufgenommen. Seit 2017 hat er die Bibliothek auch geleitet. Man wird der Fülle von Herrn Hayoz' Aufgaben in den Parlamentsdiensten allerdings nicht gerecht, wenn man seine Tätigkeit allein auf diese Funktion beschränkt. Viel eher liesse sich mit der[NB]Beschreibung all seiner Tätigkeiten wohl eine ganze Bibliothek füllen.
Neben der Funktion als Bibliotheksleiter war Herr Hayoz seit 1995 während der Sessionen jeweils als Übersetzer, Protokollführer und zweiter stellvertretender Sekretär bei uns im Ständerat tätig; eine Aufgabe - so hatte ich zumindest den Eindruck -, die ihm sichtlich Freude bereitete. Im Laufe der Jahre übernahm Jean-Claude Hayoz bei den Parlamentsdiensten zudem weitere interimistische oder informelle Aufgaben. So war er von 1992 bis 1993 Leiter des Informatikdienstes der Parlamentsdienste, dies zu einer Zeit, als die Informatik noch in den Kinderschuhen steckte und es natürlich noch kein Internet gab. Für den Historiker war das eine echte Herausforderung.
Zu den Talenten und Hobbys von Herrn Hayoz gehören die Musik und deren Welt. Seine berufliche Karriere hat er als Partner einer Vertriebsfirma für Tonträger klassischer Musik begonnen, danach hat er im Bereich Archiv und Dokumentation von Radio DRS gearbeitet. Auch die Parlamentsdienste konnten von seinen Musikkenntnissen profitieren. Er war es nämlich, der sich auf die Suche begab, wenn für einen besonderen Anlass in den Ratssälen ein Ensemble gefunden werden musste. Er war es, der die Künstlerinnen und Künstler kontaktierte, deren Vertrag regelte und sie vor dem Auftritt bei uns in Empfang nahm. Er war es auch, der sich mit den Launen der Diven herumschlagen musste. Hier spreche ich natürlich nicht von den Diven unter uns, sondern von den Diven auf der Bühne. (Heiterkeit)
Jean-Claude Hayoz, der perfekt Zweisprachige, hatte sich bereits in seinem Studium der Geschichte und der Musikwissenschaft mit Themen befasst, die im Mittelpunkt seiner künftigen beruflichen Tätigkeit stehen sollten. Seine Lizenziatsarbeit, die er bei Professor Urs Altermatt schrieb, war denn auch der Vertretung der sprachlichen Minderheiten in Politik und Verwaltung des Kantons Freiburg während der Zwischenkriegszeit gewidmet.
Einer der ersten Arbeitgeber von Herrn Hayoz hatte in dessen Arbeitszeugnis geschrieben, dass Herr Hayoz stets vollen Einsatz leiste und seiner Arbeit mit Leidenschaft nachgehe, ohne dabei auf seinen eigenen Vorteil bedacht zu sein. So liesse sich auch mit den positiven Eigenschaften von Herrn Hayoz eine ganze Bibliothek füllen. Neben seiner stets ruhigen Art, seiner Effizienz, seiner Kompetenz und seiner Diskretion stechen nach 31 Jahren bei den Parlamentsdiensten folgende Qualitäten ganz besonders ins Auge: seine grosse Motivation bis zum letzten Arbeitstag, seine Leidenschaft für seine Arbeit und seine Offenheit gegenüber Neuem, die er sich bis heute bewahrt hat. Es kommt nicht von ungefähr, dass ihn die Parlamentsdienste vergangenes Jahr fragten, ob er trotz Erreichen des Pensionsalters noch ein Jahr bleiben möchte. Dieses Angebot hat er zum Glück gerne angenommen.
Nun ist es aber an der Zeit, die Bühne zu wechseln. Wir wünschen Ihnen, Herr Hayoz, einen glücklichen, erfüllten Ruhestand. Möge Jean-Claude Hayoz nun endlich genügend Zeit für die Musik finden, die ihn schon immer begleitet hat! (Grosser Beifall; der Präsident übergibt Herrn Hayoz ein Geschenk)
Nun zu Herrn Blaser: Nach über 25 Jahren Tätigkeit im Bundeshaus hat Herr Andreas Blaser Ende April dieses Jahres altershalber - da staunt man - die Parlamentsdienste verlassen. Andreas Blaser war ein Pionier. Ab dem 1. September 1994 war der ausgebildete PR-Spezialist der allererste Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der Parlamentsdienste. Er hat die Bundeshausführungen und die Sessionsbesuche für Gruppen auf- und ausgebaut. Letztes Jahr beispielsweise bewunderten rund 100[NB]000 Besucherinnen und Besucher unser Parlamentsgebäude und lernten dabei am "Tatort" vieles über das Funktionieren unserer Demokratie. Andreas Blaser leitete 1998 aufseiten des Parlamentes das Projekt "150 Jahre Bundesstaat", und vier Jahre später verantwortete er die grosse Ausstellung hier im Haus zu "100 Jahre Parlamentsgebäude". Tage der offenen Tür, die Teilnahme an der Berner Museumsnacht, die Ausstellung zu "100 Jahre Proporz" und unzählige weitere kleinere und grössere Anlässe hier im Haus waren ebenfalls sein Werk. Ob es darum ging, eine Alphorngruppe zu organisieren, im Eiltempo eine Broschüre zu gestalten oder den Auftritt des Parlamentes an einer Session extra muros auf die Beine zu stellen - nur nicht in Luzern (Heiterkeit) -: Andreas Blaser war dafür zuständig und hat diese vielfältigen Aufgaben immer gut gemeistert.
Auch für die politische Bildung junger und auch älterer Leute trat er ein; das war ihm ganz wichtig. Das Engagement der Parlamentsdienste im ehemaligen Politforum Käfigturm war ihm zu verdanken, wie auch die Beteiligung am Projekt "Schulen nach Bern", das Wahltelefon vor Gesamterneuerungswahlen oder die unzähligen Anlässe und Führungen, die speziell auf ein junges Publikum zugeschnitten waren. Dafür sind wir ihm herzlich dankbar. Mit Publikationen wollte Herr Blaser ebenso das Interesse einer breiten Öffentlichkeit an der Bundesversammlung wecken und Informationen über unsere Institutionen weitergeben. Dazu gehört auch Überraschendes. Ich denke an den Comic-Krimi "Rätsel in Weiss" oder an die Broschüre "Die volle Wahrheit zum halbleeren Saal" - das gilt natürlich nur für den Nationalrat -, die alle Tribünenbesucher erhalten . Andreas Blaser war somit die personifizierte Visitenkarte des Parlamentes. Für unsere Visitenkarten war er übrigens auch verantwortlich. Weil Andreas Blaser nun in den Ruhestand geht, müssen wir auf seine Fähigkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit leider verzichten. Dafür setzt sich der gebürtige Emmentaler nun für die Öffentlichkeitsarbeit des FC Langnau ein.
Lieber Herr Blaser, vielen Dank für Ihr Engagement für die Bundesversammlung, das Parlamentsgebäude und die Politikvermittlung. Ich wünsche Ihnen alles Gute, Gesundheit und viele sturzfreie Mountainbike-Touren, sei es um die Schrattenfluh oder anderswo in der Schweiz. Vielen Dank! (Grosser Beifall; der Präsident überreicht Herrn Blaser ein Geschenk) [PAGE 1068]
Schliesslich geht Ende dieser Session eine weitere langjährige Mitarbeiterin der Parlamentsdienste in Pension: Frau Isabel Morf. Sie war Parlamentsredaktorin beim Amtlichen Bulletin.
Frau Morf hat 1991, im Jubiläumsjahr der Eidgenossenschaft, als Kommissionsprotokollführerin für das Parlament zu arbeiten begonnen. Während fast dreier Jahrzehnte hat sie Tausende von Protokollseiten verfasst und bei der Erstellung des Amtlichen Bulletins auf allen Stufen engagiert mitgewirkt. Von der Rohfassung der Reden bis zur Schlussredaktion war sie stets eine wesentliche Stütze des Bulletin-Teams.
Als lizenzierte Germanistin und Verlagslektorin verfügt Frau Morf über ein untrügliches stilistisches Feingefühl. Uns Ratsmitgliedern hat sie damit diskret über manche sprachliche Klippe hinweggeholfen - und dafür bin ich ihr sehr dankbar; merci, Frau Morf! Ich bin immer erstaunt, welche Qualität meine Aussagen haben, wenn ich sie dann dank Ihnen lesen kann! (Heiterkeit)
Ihre Erfahrungen als Protokollführerin hat Frau Morf in einem lesenswerten Aufsatz festgehalten, der in der Festschrift zum 125-Jahr-Jubiläum des Amtlichen Bulletins erschienen ist.
Doch Isabel Morf weiss mit der Sprache auch kreativ umzugehen: Neben ihrer Tätigkeit als Parlamentsredaktorin hat sie in den letzten zehn Jahren nicht weniger als sechs - jetzt wird's bekannt! - Kriminalromane veröffentlicht. Einer davon spielt im Glarnerland, wo sie ihre Kindheit verbrachte, die anderen in Zürich, wo sie wohnt - wenn sie sich nicht gerade in Schottland aufhält, das ihr zu einer zweiten Heimat geworden ist.
Im Namen unseres Rates danke ich Ihnen, Frau Morf, für Ihre jahrzehntelangen wertvollen Dienste und wünsche Ihnen für den neuen Lebensabschnitt alles Gute und vor allem gute Gesundheit - und viele tolle Themen für Ihre weiteren Kriminalromane! (Grosser Beifall; der Präsident überreicht Frau Morf einen Blumenstrauss)
Chers collègues, nous arrivons donc au terme de notre session d'automne. Je suis fier, je peux le dire, que nous ayons pu liquider tous les objets que nous avions à traiter. Cela me rend particulièrement heureux.
Das Coronavirus hat weder den Rechtsstaat noch den Ständerat besiegt. Wir haben die Covid-19-Krise - zumindest[NB]bisher - parlamentarisch gemeistert. Wir konnten unsere Sitzungen, sowohl die Plenarsitzungen wie die Kommissionssitzungen, wie geplant im Bundeshaus durchführen. Niemand ist den Sitzungen aus Angst vor einer Ansteckung ferngeblieben. Wir konnten unsere Arbeit zumindest hier im Ständeratssaal ohne unzumutbare Einschränkungen erfüllen - und das trotz zeitweiliger Zeltstadt auf dem Bundesplatz.
Was mich besonders freut, ist, dass in der Krise der Dialog zwischen den Gewalten, zwischen dem Bundesrat und dem Parlament, funktioniert hat. Der Bundesrat hat rechtzeitig die ausserordentliche Lage beendet und uns die Botschaft zur Ablösung des Notrechts sogar vorzeitig zur Beschlussfassung unterbreitet, sodass sich mit Ausnahme von wenigen Geschäften - die Solidarkredite und die Mietzinsregelungen - alle Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie nun auf vom Parlament verabschiedete Gesetze stützen können. Das ist gut so; damit hat das Parlament seine Verantwortung wieder übernommen.
Dafür danke ich Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, dem Bundesrat, der Verwaltung, aber auch den Parlamentsdiensten und dem Sicherheitsdienst. Jetzt geht es darum, alles zu unternehmen, um die zweite Welle zu verhindern und, das ist wichtig, unserer Bevölkerung Perspektiven für die nahe Zukunft zu bieten. Deshalb rufe ich Sie alle auf: Bleiben Sie gesund! Wir sehen uns, wenn wir unsere Geschäfte heute Morgen erledigt haben, zur Wintersession im November wieder.
Damit kommen wir zu den Schlussabstimmungen. Ich rufe Ihnen in Erinnerung, dass Sie alle Schlussabstimmungstexte gestern per E-Mail erhalten haben. Gedruckte Fassungen stehen hier im Saal noch zur Verfügung; gemäss[NB]Beschluss der Ratsbüros werden sie ja nicht mehr verteilt. Die Redaktionskommission hat alle Schlussabstimmungstexte überprüft und bestätigt, dass sie in allen drei Amtssprachen[NB]übereinstimmen.