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Stöckli Hans · Ständerat · 2020-11-30

Stöckli Hans · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2020-11-30

Wortprotokoll

Ich begrüsse Sie zur ersten Sitzung der Wintersession. Leider müssen wir sie mit einem Nachruf beginnen. Wir gedenken heute des alt Bundesrates und alt Nationalrates René Felber, der am frühen Morgen des 18. Oktobers 2020 von uns gegangen ist. Unser aller Mitgefühl gilt seiner Frau, seinen Kindern, Grosskindern und Urgrosskindern.

René Felber wurde am 14. März 1933 in Biel - in meiner Stadt - geboren und wuchs dann in Neuenburg auf. Nach Absolvierung des Lehrerseminars unterrichtete er im Val-de-Ruz und in Le Locle.

René Felber était un politicien typique. Il a passé de la commune au canton, puis à la Confédération. Sa carrière a commencé en 1960, comme parlementaire au Locle. Quatre ans plus tard, il a été élu à l'exécutif de la ville, qu'il a présidé jusqu'en 1980. Parallèlement à cela, il était déjà membre du Grand Conseil neuchâtelois et, à partir de 1967, il a été membre du Conseil national. En 1980/81, il a été chef du groupe socialiste, avant d'être élu conseiller d'Etat neuchâtelois.

L'Assemblée fédérale (Chambres réunies) l'a élu conseiller fédéral en 1987, comme successeur de Pierre Aubert. Il a dirigé le Département fédéral des affaires étrangères. Six ans plus tard, il a donné sa démission. A cette occasion, il a écrit au président du Conseil national, Paul Schmidhalter:

"Ich bin mir bewusst, dass das Amt des Bundesrates eine allzeitige Verfügbarkeit verlangt, die ich leider nicht mehr garantieren kann."

Vielen Historikerinnen und Historikern wird in Erinnerung bleiben, dass René Felber der erste Bundesrat war, der sich offen für einen EU-Beitritt der Schweiz aussprach. Er wollte nicht nur den Zugang der Schweizer Unternehmen zum europäischen Markt sichern, sondern auch, dass die Schweiz - wie er sich ausdrückte - an der europäischen Bewegung teilnahm, die ihr fünfzig Jahre Frieden gebracht hatte. Um vor der Volksabstimmung über den EWR-Vertrag im Jahr 1992 mit offenen Karten zu spielen, verlangte er gemeinsam mit seinem Waadtländer Kollegen Jean-Pascal Delamuraz die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU. Im Jahr 2012, also zwanzig Jahre später, hielt er nicht ohne Ironie fest, dass die verschiedenen bilateralen Verträge, welche die Schweiz im Verlaufe der Jahre mit der EU abgeschlossen hatte, die im EWR-Vertrag vorgesehenen Abkommen ersetzt hätten.

Doch René Felber engagierte sich nicht nur für eine Annäherung der Schweiz an die EU, sondern er machte sich auch - ganz im Sinne seiner Neuenburger Vorgänger Max Petitpierre und Pierre Aubert - für die aktive Neutralität der Schweiz stark. Nach dem Fall der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs trat er für die Ausdehnung der solidarischen Dimension der Schweizer Aussenpolitik ein. So unterzeichnete die Schweiz im Rahmen der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) die Charta von Paris für ein neues Europa und war somit eines der ersten Länder, welche die neuen mittel- und osteuropäischen Staaten anerkannten und mit diesen zusammenarbeiteten.

Auf Betreiben des Neuenburger Sozialdemokraten beteiligte sich die Schweiz an den Sanktionen der UNO, erstmals während des Golfkriegs und anschliessend im Jugoslawien-Konflikt. Zudem nahm unser Land an den Friedensmissionen der UNO teil, namentlich an jenen in Zypern, im Libanon, in Namibia und in der Westsahara. René Felber strebte auch eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den USA und dem Europarat an, als er dessen Ministerrat präsidierte.

Der Bundespräsident von 1992 hatte ein gutes Verständnis der Geschichte und wollte, dass die Schweiz ihre Rolle und ihren Platz darin finde. René Felber war ein scharfsinniger, ausgewogener und vor allem engagierter Aussenminister. Er übte sein Amt mit Leidenschaft und ohne Kalkül aus, stets seinen Überzeugungen aus seiner Jugend treu bleibend. Alle, die ihn persönlich kannten, schätzten seine Herzlichkeit und bewunderten die Kohärenz seiner Positionen.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundesrat präsidierte René Felber von 1994 bis 1996 die Interjurassische Versammlung und von 1998 bis 2000 den Stiftungsrat des Internationalen Zentrums für humanitäre Minenräumung in Genf. Zudem war er Sonderberichterstatter der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen. Der Theater-, Opern- und Kunstliebhaber, Bonvivant und aufmerksame Grossvater nutzte seinen Ruhestand für Reisen, namentlich nach Asien. [PAGE 1080] Für seinen Lebensabend zog er mit seiner Frau ins Wallis, wo er zuvor oft seine Ferien verbracht hatte. Ich möchte seinen Angehörigen an dieser Stelle noch einmal unser aufrichtiges Beileid aussprechen.

Geschätzte Kolleginnen, geschätzte Kollegen, werte Besucherinnen und Besucher auf den Tribünen, ich bitte Sie, sich im Gedenken an den Verstorbenen zu erheben.[GZ]

[VS][GZ]

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Der Rat erhebt sich zu Ehren des Verstorbenen[GZ]

L'assistance se lève pour honorer la mémoire du défunt