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Stark Jakob · Ständerat · 2020-12-10

Stark Jakob · Ständerat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2020-12-10

Wortprotokoll

Das Thema Geschlechtsidentität ist vermutlich vielen von uns noch nicht sehr präsent. Ich bin aber sicher, dass uns das Thema in den kommenden Jahren noch sehr stark beschäftigen wird. Deshalb plädiere ich dafür, dass wir hier das Tor nicht zu weit öffnen.

Sie sagen "die Brücke zum Nationalrat" - die hat der Ständerat ja schon geschlagen! Er hat gesagt: Wir kommen vom Alter 18, was eigentlich normal wäre, auf das Alter 16 zurück. Die Brücke ist geschlagen, sie ist hier.

Sie müssen sich bewusst sein: Bei diesem Entscheid gibt es keine biologischen oder medizinischen Anzeichen. Das ist nicht nötig. Eine Betroffene oder ein Betroffener, der oder die ein anderes Geschlecht haben möchte und auch den Eindruck hat, dass verschiedene Probleme, die er oder sie hat, damit zu tun haben, kann zum Zivilstandsamt gehen und sagen: "Ich möchte ein anderes Geschlecht." Wenn Sie den "Tages-Anzeiger" von gestern gut gelesen haben, sahen Sie auch, dass dort eine Frau beschrieben wurde, die sehr früh diesen Weg gegangen ist und es heute bitterlich bereut.

Ich sage Ihnen: Diese Verantwortung dürfen die Eltern nicht einfach abgeben. Es wäre vielleicht auch einfach, sie abzugeben, weil es ja im Gesetz steht. Diese Verantwortung haben die Eltern, und diese Konflikte gilt es eben auch auszuhalten.

Ich denke, dass wir das als gesetzgebende Behörde auch berücksichtigen müssen. Die Brücke zum Nationalrat, die wir mit den 16 Jahren gemacht haben, ist gut. Ich bitte Sie, den Minderheitsantrag zu unterstützen, weil, Kollegin Z'graggen, es eben nicht wenige Betroffene sind. Vielleicht ist dies heute noch so, aber alle Indizien - schauen Sie in die anderen Länder, nach Grossbritannien oder Schweden - weisen darauf hin, dass es eine enorme Zunahme an Personen gibt, die genau eine solche Entscheidung treffen möchten. Im Interesse dieser Personen ist es gut, dass die Hürde nicht allzu tief gesetzt wird.

Ich empfehle Ihnen, die Minderheit zu unterstützen.