Schneider Meret · Nationalrat · 2020-12-10
Schneider Meret · Nationalrat · Zürich · 2020-12-10
Wortprotokoll
Die Wichtigkeit von Bildung, Forschung und Innovation für unsere Gesellschaft, gerade in Anbetracht zukünftiger, weitgehend unbekannter Herausforderungen, habe ich bereits in meinem vorherigen Votum betont. Dank unserer Forschung, einer der wichtigsten Ressourcen der Schweiz, sind wir international in diversen Bereichen führend und belegten im Global Innovation Index 2017 sogar den ersten Platz. Um den künftigen Herausforderungen bei der Digitalisierung und Modernisierung der Gesellschaft und insbesondere im Arbeitsleben zu begegnen und unsere Führungsposition auszubauen, ist insbesondere die Berufsbildung von grösster Wichtigkeit. Die grüne Fraktion unterstützt daher die Mehrheit der WBK, die den Kredit für die Berufsbildung und Qualitätsentwicklung auf 254,6 Millionen Franken erhöhen will.
Für uns Grüne jedoch besonders wichtig ist ein weit kleinerer Betrag mit weit grösserer Ausstrahlungskraft. Es geht hierbei um das Festhalten an den 12 Millionen Franken im Bereich der Forschung von nationaler Bedeutung für das 3R-Forschungszentrum. 3R - replace, reduce, refine; zu Deutsch: ersetzen, reduzieren, verfeinern - steht international für die Erforschung und Verbesserung der Alternativen für die Tierversuchsforschung. Vor zwei Tagen war in einer nationalen Tageszeitung zu lesen, wie gerade die Suche nach einem Corona-Impfstoff die Defizite der tierversuchsbasierten Forschung aufzeigt. Es wird international geradezu von einem Ende der Ära der tierversuchsbasierten Forschung gesprochen, das durch die Corona-Zeit und die begleitende Forschungstätigkeit eingeläutet werden könnte. Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Diese Aussagen werden nicht aus ethischen Gründen gemacht, im Sinne von: "Jö, die armen Tierli". Die Einschätzungen werden auch nicht von Tierfreunden wie mir getroffen, im Gegenteil: Jene, die zurzeit am meisten nach der Erforschung von Alternativen zu Tierversuchen rufen, sind die Forschenden selber, die auf ein neues Forschungsmodell, das auf humanbiologischen Tests basiert, drängen.
In Anbetracht dessen und des vergleichsweise kleinen Betrags von 12 Millionen Franken ist es umso unverständlicher, dass dieser im Ständerat gekürzt wurde. Lassen Sie uns in diesem Falle der Führungsposition der Schweiz im internationalen Forschungskontext gerecht werden und auch hier die Zeichen der Zeit erkennen. Es geht nicht um ein Verbot oder eine Reduktion der Tierversuche, die mit diesem Beitrag einhergehen. Es ist lediglich die Erforschung von Alternativmethoden, die wir damit ermöglichen. Und um auf meine Vorrednerin einzugehen: Das 3R-Kompetenzzentrum, mit dem ich in engem Kontakt stehe, ist durchaus sehr interessiert an [PAGE 2453] diesen 12 Millionen Franken. Selten wurden Steuerfranken sinnvoller und zukunftsweisender investiert und wohl selten auch so stark im Interesse der steuerzahlenden Bevölkerung selber, in der Skepsis und Vorbehalte gegenüber Tierversuchen wachsen.
Lassen Sie uns dieses Zeichen für eine innovative Forschung, die den Ansprüchen an sich selber gerecht wird, setzen.