Kaufmann Hans · Nationalrat · 2002-11-27
Kaufmann Hans · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2002-11-27
Wortprotokoll
Ich spreche zur Filmförderung. Die Filmförderung mit Steuergeldern ist ein Luxus, den wir uns bei der derzeitigen Verfassung der Staatsfinanzen eigentlich gar nicht mehr leisten könnten. Dass die Filmbranche offensichtlich über genügend Geld verfügt, hat sie auch mit dem Prospekt gezeigt, den Sie am ersten Sessionstag erhalten haben. Darin wird von Erfolgsorientierung gesprochen, von unternehmerischem Handeln; man spricht von Selbstverantwortung, scheut sich dann aber nicht, im gleichen Atemzug weitere "Staatskrücken", weitere Staatsgelder zu verlangen. 20,9 Millionen Franken seien nicht genug: Die Filmbranche verlangt weitere 20 Millionen Franken. Das ist nicht nur unverschämt, das ist schlicht unfinanzierbar. Wir haben doch bereits im laufenden Jahr die Unterstützung für die Filmbranche um 22 Prozent erhöht, und jetzt sollen wir sie nochmals um 1,05 Millionen Franken erhöhen - das lehne ich ab.
Dass ein Schweizer Film von irgendeiner Jury in der Ukraine lobend erwähnt wurde, das ist doch kein Qualitätsausweis für den Schweizer Film. Filmförderung ist keine Kernaufgabe des Staates. Deshalb ist hier der Rotstift anzusetzen. Aber so weit gehe ich ja gar nicht, ich beantrage ja lediglich, die Erhöhung um eine weitere Million zu streichen.