Hefti Thomas · Ständerat · 2021-03-09
Hefti Thomas · Ständerat · Glarus · FDP-Liberale Fraktion · 2021-03-09
Wortprotokoll
Ich bitte Sie, dem Antrag unserer UREK zuzustimmen. Was mich betrifft, tue ich das einerseits aus Reverenz an meinen früheren Ratskollegen, der mit dieser Motion den richtigen Punkt getroffen hat, und andererseits als Standesvertreter eines Kantons, der effektiv in extremer Weise von der Regelung der Gewässerabstände und der in diesem Bereich von der Bundesverwaltung gelebten Praxis betroffen ist.
Wer einmal Gelegenheit hat, durch das Land Glarus zu fahren, dem erschliesst sich sofort, dass sich der Hauptteil des Lebens der Menschen auf dem knappen Boden rechts und links der Linth und des Sernf abspielt. Gäbe es für Bauten keine Bestandesgarantie, müssten ganze Quartiere von Linthal, Rüti, Schwanden und anderen Dörfern abgerissen werden.
Bereits vor etwa sechs Jahren war ein ähnliches Geschäft in der UREK. Damals habe ich mich bei einem versierten, anerkannten und dem Schutz der Natur sehr gewogenen Fachmann erkundigt. Dabei zeigte sich, dass Kantone wie zum Beispiel Glarus, Uri, aber auch Graubünden oder Wallis, ganz anders betroffen sind als das Mittelland. Mein geschätzter heutiger Standeskollege kennt als Vizepräsident von [PAGE 165] Glarus Süd das Problem sowie die Sorgen und den grossen Unmut speziell der Bauernsame an turbulenten Besprechungen und hitzig verlaufenen Gemeindeversammlungen aus allernächster Nähe. So ist in zehn Jahren noch keine neue Bau- und Zonenordnung zustande gekommen. Es sollte nicht sein, dass Urner, Bündner, Walliser und Glarner Verhältnisse über den gleichen Leisten geschlagen werden wie das weite, breite Mittelland.
Die Motion Hösli und der Antrag der Kommission könnten hier einen Ausweg zeigen. Verbauen Sie uns diesen nicht, sondern lassen Sie uns ihn beschreiten, indem Sie mit der Kommissionsmehrheit stimmen!