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Bischof Pirmin · Ständerat · 2021-06-01

Bischof Pirmin · Ständerat · Solothurn · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2021-06-01

Wortprotokoll

Es ist ja nicht gerade häufig der Fall, dass wir in diesem Hause über – man kann es schon sagen - historische Grossprojekte sprechen. Irgendwie widersprechen diese uns Schweizerinnen und Schweizern. Wir sind nicht diejenigen, die neue Städte in den Urwald bauen oder in unserer Hauptstadt einen Eiffelturm errichten. Die Schweizer und Schweizerinnen sind pragmatisch und sind damit eigentlich gut gefahren.

Hier sprechen wir von einem Grossprojekt. Es ist zunächst einmal visionär, es ist gesagt worden. Aber das Projekt ist doch schon so nahe an der Realität, dass es nicht nur eine Vision ist. Die Initianten sprechen ja von einer Realisierung bis im Jahre 2045. Die erste Teilstrecke soll bereits 2030, also in neun Jahren, realisiert werden. Das ist verkehrspolitisch keine lange Dauer.

Wenn man die erste Teilstrecke anschaut - sie führt von Härkingen nach Zürich -, dann sieht man: Sie hat auch irgendwie historischen Charakter. 1847 wurde doch schon einmal eine jedenfalls von der Strecke her ähnliche Bahn gebaut. Das war die sogenannte Spanisch-Brötli-Bahn. Diese fuhr von Baden nach Zürich. Das war der erste Schritt hinein in die schweizerische Eisenbahngeschichte. Die Strecke, die wir jetzt als erste Teilstrecke sehen, ist zumindest auf einem ähnlichen Streckenband.

Die Strecke geht, wie gesagt, von Härkingen nach Zürich. Zürich ist die grösste Stadt der Schweiz, und Härkingen liegt im Solothurner Gäu. Das ist an sich eine sehr schöne Landwirtschaftsgegend, die aber zu einem eigentlichen Verteilzentrum der Schweiz und in der - Sie wissen das von den Verkehrsmeldungen - die Strasse zu einem Stauort geworden ist. Ich sage das aus folgendem Grund: Wenn wir von der Realisierung dieses Grossprojekts sprechen, ist immer auch darauf zu achten, wo allenfalls Schäden entstehen könnten.

Ich stehe dem Projekt sehr positiv gegenüber. Ich finde es toll, dass private Investoren nicht nur die Idee aufbringen, sondern bisher, für die ersten Finanzierungen, auch das Geld, das es braucht, um ein solches Grossprojekt tatsächlich zu realisieren. Ich möchte bei dieser frühen Gelegenheit schon darauf hinweisen, dass eben eine Gegend wie das Solothurner Gäu, das zu einer Verteilstelle für die ganze Schweiz wird, auch achtsam zu behandeln ist, wenn es um den zusätzlichen Verkehr und die zusätzlichen Schadstoffkosten geht, damit das bei der entsprechenden Realisierung dann auch berücksichtigt wird. Aber ich wünsche den Investoren für ihr Projekt alles Gute und gratuliere ihnen zu ihrer Vision und Entscheidungsfreude.