Herzog Verena · Nationalrat · 2021-06-07
Herzog Verena · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2021-06-07
Wortprotokoll
Mit unserer Minderheit zu Artikel 3i mit dem Titel "Keine doppelten Schutzkonzepte für Veranstaltungen/Grossveranstaltungen" beantragen wir, dass bei Veranstaltungen mit einem selektiven Zugang für geimpfte, getestete und genesene Personen weitere, zusätzliche Massnahmen wie Schutzkonzepte, Maskenpflicht, Abstandsregeln, Rayonbildungen, Personenerfassungen usw. zu unterlassen sind.
Im Massnahmendispositiv der Stabilisierungsphase, in der wir uns hoffentlich bald befinden, sieht der Bundesrat vor, dass auch dem gesellschaftlichen, kulturellen und sportlichen Leben wieder mehr Raum gegeben werden soll. Die Stabilisierungsphase kann per Definition des Bundesrates beginnen, sobald sämtliche impfwilligen besonders gefährdeten Personen geimpft sind. Sobald 40 bis 50 Prozent der erwachsenen Bevölkerung geimpft sind, soll zudem an gewissen Orten mit dem Covid-Zertifikat ein selektiver Zugang für Geimpfte, zeitnah Getestete und Genesene eingeführt werden.
Wir können das Ziel der Normalität in allen Bereichen hoffentlich bald erreichen. Drei Bedingungen sind jedoch hilfreich:
1.[NB]Alle sind aufgefordert, solidarisch und verantwortungsvoll ihren Beitrag zu leisten und nach wie vor einfachste, aber sehr nützliche Hygienemassnahmen, wie sie für die asiatische Bevölkerung längst eine Selbstverständlichkeit sind, [PAGE 1110] mitzutragen. Es hilft übrigens auch bei anderen und bei allen übertragbaren Krankheiten, wenn wir da vorsichtig sind.
2.[NB]Alle, bei denen es der Gesundheitszustand erlaubt, sollen sich impfen lassen, auch aus Solidarität zu all jenen, die sich nicht impfen lassen können. Dazu müsste sich der Bundesrat allerdings dringend um konventionellen, z. B. Protein-basierten Impfstoff oder Vektorimpfstoff und nicht nur um mRNA-Impfstoff bemühen. Seine Fokussierung nur auf mRNA-Impfstoff ist - auch wenn dieser, wie Studien zeigen, tatsächlich einen höheren Impfschutz bietet und vermutlich auch[NB]gegen Mutationen besser aufgestellt ist als die herkömmlichen Impfstoffe - ein grosser Fehler. Es ist schlicht eine verpasste Chance, um möglichst bald eine möglichst hohe Durchimpfungsrate der Bevölkerung zu erreichen. Denn da die langfristigen Wirkungen des mRNA-Impfstoffes noch nicht bekannt sind und dazu auch noch viele Befürchtungen und Halbwahrheiten im Internet kursieren, ist es verständlich, dass einige, vor allem junge Leute, zögern, sich einen mRNA-Impfstoff verabreichen zu lassen. Viele wären jedoch bereit, sich mit einem Impfstoff herkömmlicher Art vor Covid-19 schützen zu lassen.
3.[NB]Die dritte Bedingung, die unter anderem hilft, auch Grossveranstaltungen wieder zu ermöglichen, ist die Verwendung eines einheitlichen, fälschungssicheren und leicht überprüfbaren Gesundheitszertifikats für Genesene, Geimpfte oder zeitnah Getestete. Auch wenn weder die Tests noch die Impfungen eine absolute Sicherheit geben, ist die Sicherheit doch sehr hoch. Wenn wir es nun mit Unterstützung eines solchen Zertifikats den Veranstaltern ermöglichen, wieder zu arbeiten, sollen nicht noch zusätzlich Schutzkonzepte verlangt werden, die wieder einen Teil der Besucher von den Veranstaltungen abhalten und für die Veranstalter erneuten Aufwand und damit negative Auswirkungen auf die Bilanz zur Folge haben. Mit kumulativen Schutzmassnahmen könnten viele Veranstaltungen gar nicht wirtschaftlich durchgeführt werden!
Deshalb bitten wir Sie, unseren Antrag "Keine doppelten Schutzkonzepte für Veranstaltungen/Grossveranstaltungen" zu unterstützen.