Reimann Lukas · Nationalrat · 2021-06-08
Reimann Lukas · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2021-06-08
Wortprotokoll
Die vorliegende Motion von Sebastian Frehner möchte die gesetzlosen Zustände bei Spielertransfers im Fussball beenden. Sie möchte insbesondere, dass der Transferhandel im Fussball der organisierten Kriminalität entzogen und in geordnete Bahnen gelenkt wird.
Wenn Sie zu den Spielervermittlern recherchieren und schauen, was diese an Summen einnehmen, ist das ein Sinnbild dafür, dass es im Sport halt oft nur noch ums Geld[NB]geht. Die Gelder, welche die Spielervermittler einstreichen - es sind Millionen, wenn nicht Hunderte Millionen Franken -, fehlen am Schluss. Sie fehlen im Nachwuchs, sie fehlen den Vereinen, den Regionen, den Spielern und den Fans. Es wird hier also auf Kosten des Sports und der Vereine Geld mit der Vermittlung von Spielern gemacht. Oft sind es nicht mehr die einzelnen Spielervermittler, jene, die am Spielfeldrand stehen und die guten Nachwuchsspieler verfolgen, sondern es sind grosse Investmentfirmen, die mehrere hundert Angestellte beschäftigen und so eben auch ein riesiges Business betreiben.
Schauen Sie sich das letzte Jahr an: Von April 2020 bis März 2021 waren die Clubs ja in der Krise, der Staat musste sie finanziell unterstützen. Gleichzeitig wurden im selben Zeitraum in der Schweiz über 11 Millionen Franken an Spielervermittler ausbezahlt. Das entspricht in etwa fast den Geldern, die wir den Vereinen gegeben haben, um sie in der Corona-Zeit zu stützen. Da haben die Vereine solche Summen an die Spielervermittler weitergegeben. Da stellen sich viele Fragezeichen, und es besteht Handlungsbedarf.
Da mit Corona die Vereine jetzt aber ohnehin unter Druck stehen und viele Massnahmen in anderen Bereichen notwendig sind, habe ich in Absprache mit dem Verfasser dieser Motion beschlossen, die Motion zurückzuziehen.