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Stark Jakob · Ständerat · 2021-06-15

Stark Jakob · Ständerat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2021-06-15

Wortprotokoll

Ich möchte Ihnen im Zusammenhang mit diesem Vorstoss meine Interessenbindung bekannt geben: Ich bin Präsident von Lignum Holzwirtschaft, dem Dachverband der Verbände und Organisationen der schweizerischen Wald- und Holzbranche.

Der Infrastrukturbau, sei es im Gebäudebereich, sei es in anderen Bereichen wie z. B. im Strassensektor, zählt zu den grössten CO2-Emittenten der Schweiz. Hauptgrund ist der Einsatz von Stahlbeton. Meine Motion will die Dekarbonisierung des Infrastrukturbaus forcieren, und zwar mit der verstärkten Forschung zur Verwendung von Holzwerkstoffen im Infrastrukturbau sowie mit einer Innovationsoffensive, um die Forschungsergebnisse auch in der Praxis anzuwenden und weiterzuentwickeln. Der Bundesrat soll verpflichtet werden, eine entsprechende Forschungs- und Umsetzungsstrategie auszuarbeiten.

Eine solche Strategie ist in zweifacher Hinsicht vielversprechend: Erstens kann durch die vermehrte Holzverwendung der CO2-Ausstoss reduziert und gleichzeitig auch CO2 im Holz langfristig gebunden werden. Zweitens dürfte eine Leader-Rolle der Schweiz in diesem Bereich auch dank attraktiver Wertschöpfung zu starken Impulsen für die Schweizer Holzwirtschaft führen, mit neuen Holzverarbeitungsbetrieben und vermehrter Nutzung des heute unternutzten Schweizer Waldes - eine perfekte Win-win-Situation.

Es ist mir wichtig, zu betonen, dass ich nicht Holz und Beton gegeneinander ausspielen möchte, im Sinn von: "Wer für Holz ist, ist gegen Beton" und umgekehrt. Beton ist auch ein faszinierender Baustoff. Er wird auch in Zukunft eine grosse Bedeutung haben. Sein Nachteil ist sein breiter CO2-Fussabdruck, weshalb er in geeigneten Bereichen durch Holzwerkstoffe ergänzt oder vielleicht auch ersetzt werden sollte. Ich könnte mir vorstellen, dass zum Beispiel der Holz-Beton-Hybridbau in Zukunft eine wesentliche Bedeutung erlangt, indem die Eigenschaften der beiden Baustoffe optimal kombiniert werden.

Dass der Bundesrat das Anliegen meiner Motion teilt, ist erfreulich. Dass er zum Schluss kommt, das Anliegen sei bereits erfüllt, ist weniger erfreulich. Ich anerkenne die Anstrengungen aufgrund der Waldpolitik 2020, der Programmvereinbarungen mit den Kantonen seit 2008 und des Aktionsplans Holz seit 2009. Das läuft durchaus gut, ist aber auch etwas zum Courant normal geworden. Was es jetzt braucht, sind ein neuer, klarer und positiver Impuls und ein Input durch das Parlament.

Ich empfehle Ihnen deshalb, die Motion zu unterstützen.

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