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Gmür-Schönenberger Andrea · Ständerat · 2021-06-15

Gmür-Schönenberger Andrea · Ständerat · Luzern · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2021-06-15

Wortprotokoll

Ich bedanke mich bei Kollege Noser für die rücksichtsvolle Kürze seines Votums. Er hat mir zwanzig Sekunden versprochen, aber es sind dann doch einige mehr.

Die parlamentarische Initiative möchte, dass ein Programm zu Jugend und Ernährung nach dem Vorbild der Programme "Jugend und Sport" und "Jugend und Musik" ausgearbeitet und umgesetzt wird. Das Programm soll Jugendlichen Kenntnisse vermitteln, wie sie sich gesund ernähren können, und damit direkt zur Gesundheitsförderung beitragen. Zudem sei zu prüfen, ob dieses Anliegen nicht auch, wie eben "Jugend und Sport" und "Jugend und Musik", mit einem neuen Artikel in der Bundesverfassung verankert werden sollte. Die parlamentarische Initiative Wehrli zielt insbesondere auf die Koordination bestehender Massnahmen des öffentlichen Sektors im Bereich Ernährung und Jugend mit betroffenen privaten Unternehmen sowie weiteren Akteuren ab. Das Programm soll regionale und umweltfreundliche Produkte fördern und so zur Nachhaltigkeit beitragen.

Der Kommission ist die Förderung der Gesundheit von Jugendlichen selbstverständlich ein grosses Anliegen. Die Gesundheit kann gerade bei Jungen nie genug gefördert werden, insbesondere im Sinne der Prävention. Im Gegensatz zu ihrer Schwesterkommission erachtet die WBK-S jedoch den Weg über diese Initiative nicht als zielführend. Entscheidend für das Übergewicht sind häufig die ersten paar Lebensjahre eines Kindes. Die WBK-S sieht in erster Linie Eltern und Schule in der Pflicht. Bereits in Spielgruppen und überhaupt im Vorschulbereich werden die Kinder auf gesundes Essen aufmerksam gemacht und zum richtigen Znüni geführt.

Der Bund verfügt überdies bereits über eine Ernährungsstrategie. Es bedarf keiner zusätzlichen Koordination. Sie wird bereits von der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz garantiert.

Weiter ist die WBK-S der Meinung, dass gerade bei Jugendlichen die Sensibilisierung und das Wissen über gesundes Essen sehr gross ist. Wenn schon, hapert es eher an der Umsetzung. Zudem sieht die Kommission keinen Grund, in die kantonale Schulhoheit einzugreifen. Die WBK-S hält den Föderalismus hoch.

Eine Minderheit der Kommission unterstützt die Initiative. Sie ist der Ansicht, dass die vielen und mitunter freiwilligen Massnahmen und Programme einer Koordination auf Bundesebene bedürfen, um Jugendlichen systematisch und kohärent Kenntnisse im Bereich der Ernährung vermitteln zu können.

Mit 8 zu 3 Stimmen hat die Kommission der parlamentarischen Initiative 19.463, "Für ein Programm zu Jugend und Ernährung", keine Folge gegeben und damit dem Beschluss der Schwesterkommission nicht zugestimmt. Ich bitte Sie, der Kommissionsmehrheit zu folgen und die parlamentarische Initiative abzulehnen.

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