Lexipedia

Glarner Andreas · Nationalrat · 2021-09-15

Glarner Andreas · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2021-09-15

Wortprotokoll

Die Tourismusbranche ist, wie viele andere Branchen auch, von der aktuellen Krise stark betroffen. Die SVP setzt sich für einen florierenden Tourismus als wichtige Quelle unseres Wohlstands ein. Wir möchten aber keine neue Staatsaufgabe oder Ausdehnung der Staatstätigkeit. Es ist unserer Meinung nach der falsche Weg, hier einmal mehr mit Staatseingriffen helfen zu wollen. Zudem ist es ein Klassiker: Wir investieren seit Jahren Millionen in die Tourismusförderung, und nun soll noch ein Unterstützungsprogramm nachgeschoben werden. Die vom Motionär nach Corona geforderte Neupositionierung des Schweizer Tourismus ist doch eine Daueraufgabe und wird mit den bereits gesprochenen Millionenbeträgen hoffentlich unabhängig von der Corona-Krise regelmässig gemacht. Der Tourismus soll und muss sich aus eigener Kraft und mit den bestehenden Strukturen revitalisieren.

Gestatten Sie mir eine Anmerkung: Wenn wie jetzt in diesen Tagen 50[NB]000 Touristen aus dem Ausland zu uns kommen und mit ihrem Zertifikat nicht in die Betriebe reingelassen werden, dann ist das schlimmste Werbung für den Tourismus. Da können Sie so viel Geld nachschieben, wie Sie wollen. So ein Unsinn, wie wir ihn jetzt gerade durchgeben, unter der teuren Leitung von Schweiz Tourismus, darf nie mehr passieren.

Überhaupt: Meines Erachtens sollten unsere Hoteliers sowieso viel öfter nach Österreich in die Ferien oder, besser gesagt, in die Schule gehen, denn dort zeigen hervorragend geführte Betriebe, wie man wirklich mit Gästen umgeht, wie man Kundenpflege macht und, ja, wie man echte Gastfreundschaft pflegt. Ein hier anwesender Ratskollege pflegt jeweils zu sagen: "Wenn du in Österreich morgens im Hotel auscheckst, wirst du gefragt: 'Haben Sie gut geschlafen? War alles zu Ihrer Zufriedenheit?' Wenn du in Zürich auscheckst, wirst du gefragt: 'Hatten Sie etwas aus der Minibar?'" Genau das gehört eben auch zur Tourismuswerbung: gut geführte Betriebe und Freundlichsein.

Die SVP glaubt an die Marktwirtschaft, sie glaubt an die Innovationskraft der Branche und ihrer Unternehmungen und lehnt deshalb Staatskrücken ab, wie sie mit dieser Motion gefordert werden.