Lexipedia

Lohr Christian · Nationalrat · 2021-09-16

Lohr Christian · Nationalrat · Thurgau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2021-09-16

Wortprotokoll

Weshalb ist Kinder- und Jugendgesundheit wichtig? Warum müssen wir uns als Politiker, die wir in der gesellschafts- und gesundheitspolitischen Verantwortung stehen, besonders um dieses Thema kümmern?

Kinder und Jugendliche sollen ihr volles Gesundheitspotenzial entfalten können. Trotz eines gut funktionierenden Gesundheitssystems sind die Chancen hierfür in der Schweiz sehr unterschiedlich verteilt. Viele gesundheitliche Risiken und psychische Störungen nehmen ihren Anfang im Kinder- und Jugendalter.

Durch geeignete Massnahmen könnten vielleicht gesundheitliche Probleme in ihrem Ausmass verringert, verzögert oder ganz vermieden werden, insbesondere auch durch Massnahmen, die auf vulnerable und sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche ausgerichtet sind. Dazu gehören beispielsweise der Zugang zur Frühförderung, Sportmöglichkeiten oder niederschwellige Beratungsangebote.

In keinem Lebensabschnitt sind Vorsorgemassnahmen so wirksam, nachhaltig und wirtschaftlich ertragreich wie in Kindheit und Jugend. Die Gesundheit hängt nicht nur von der Gesundheitspolitik ab. Rahmenbedingungen wie z. B. die Ausgestaltung des Sozial- und Bildungswesens, die Betreuung, wie etwa die Familie und Schule, wie das Umfeld, also sozioökonomischer Status, Wohnsituation mit Bewegungsmöglichkeiten usw., tragen massgeblich zu einer gesunden Entwicklung bei.

In einer nationalen Strategie sollten daher alle relevanten Politbereiche berücksichtigt werden; dabei sind die Zuständigkeitsbereiche der Kantone zu beachten. Die relevanten Themenfelder sowie geeignete Massnahmen sollen gemeinsam mit den zuständigen Akteuren aus dem Feld festgelegt werden. Zentral ist, dass die Strategie tatsächlich eine Wirkung entfalten kann.

Ich bringe mit meiner Motion Forderungen ein, die wie folgt aussehen: Das Bundesamt für Gesundheit und die Gesundheitsförderung Schweiz haben bereits viele Massnahmen umgesetzt, aber es kann und muss noch mehr getan werden. Eine Strategie soll bestehende Massnahmen besser koordinieren, Datenlücken schliessen und das Feld der Kinder- und Jugendgesundheit systematischer abdecken. Eine nationale Strategie muss nicht zwingend teuer und aufwendig sein; die Aufnahme in Gesundheit 2030 ist sicher ein erster Schritt. Punkt 4.2 im Bericht "Die gesundheitspolitische Strategie des Bundesrates 2020-2030" lautet: "Mehr Gesundheit für Kinder und Jugendliche". Dieser Punkt kann deshalb durchaus auch als eine Strategie interpretiert werden. Auch das Manifest, das von verschiedenen Organisationen mit unterstützt wird, könnte als Rahmen oder Leitlinie verwendet werden. Wichtig ist, dass sich alle Akteure auf verbindliche Massnahmen einigen. Die Koordination muss konsequent verbessert werden, die Finanzierung aber auch gesichert sein.

In diesem Sinne bitte ich Sie, die Motion anzunehmen.