AB 288613
Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2021-09-22
Wortprotokoll
Ich kann das mit einem Beispiel erklären. Sie fordern ja auch, dass wir internationale oder EU-Standards übernehmen. Ich bin in der Coalition of Finance Ministers for Climate Action, das ist ein Gremium mit etwa achtzig Finanzministern. Beispielsweise gilt die Atomkraft nur im deutschen Sprachraum als nicht grün, überall sonst wird sie als grün bezeichnet. Hier stehen wir immer zwischen den Fronten: Wenn wir internationale Standards haben wollen, dann müssen wir die Atomenergie als umweltfreundlich bezeichnen - aber wir wollen die Atomkraftwerke abstellen.
Das ist nur ein Beispiel, denn es gibt noch sehr viele solche Fragen. Nehmen Sie beispielsweise das Erdöl: Man geht davon aus, dass es noch vierzig Jahre Erdöl braucht, also muss man dort investieren, wo Erdöl möglichst umweltfreundlich gefördert wird - wir haben aber das Gefühl: sofort weg mit Erdöl und Kohle. Auch Kohle braucht es noch etwa zwanzig Jahre; das ist die internationale Sicht.
In diesem Umfeld bewegen wir uns. Wir wollen einerseits internationale Standards übernehmen und andererseits unsere Qualitätsansprüche, die überall etwas höher sind als der internationale Standard, definieren. Diese Diskussionen ändern wirklich im hohen Rhythmus, und daher sind wir hier in einem Prozess, der auch in den nächsten Jahren nicht abgeschlossen sein wird.