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Friedli Esther · Nationalrat · 2021-09-23

Friedli Esther · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2021-09-23

Wortprotokoll

Dass die Standesinitiative Genf formell unschön ist, weil sie nicht allen Anforderungen an eine Standesinitiative entspricht, anerkennt auch die Minderheit. Wir stellen aber nicht das Formelle, sondern den Inhalt in den Vordergrund.

Die heute noch gültigen Kontingente für importierten Wein bestehen seit über dreissig Jahren. In dieser Zeit ging der Konsum von inländischem Wein um 35 Prozent und jener von importiertem Wein um 9 Prozent zurück. Der gesamte Weinkonsum sank um 22 Prozent, der Konsum pro Kopf gar um 35 Prozent. Von diesem Rückgang sind vor allem die inländischen Weine betroffen. Geht es so weiter, wird sich die Situation noch verstärken. Konkret bedeutet das: Wenn wir uns dieses Problems nicht annehmen, dann wird der Überhang des ausländischen Weins zuungunsten des Schweizer Weins überproportional zunehmen.

Die verschiedenen Massnahmen zur Förderung des Konsums von inländischem Wein sind zwar begrüssenswert, doch um den Rückgang zu stoppen, müsste gleichzeitig auch die Importmenge reduziert werden. Wir sind überzeugt, dass dies nur über die Senkung des Einfuhrkontingents für ausländische Weine gehen würde. Dafür müssten Verhandlungen mit der WTO aufgenommen werden. Die Mehrheit hat Bedenken, dass eine Aufnahme von WTO-Verhandlungen zu Kompensationsmassnahmen in anderen Bereichen führen würde. Diese defensive Haltung teilt die Minderheit in keiner Art und Weise. Die Schweizer Winzerinnen und Winzer brauchen unsere Unterstützung. Sie produzieren nicht nur hervorragenden Wein, sondern leisten auch einen Beitrag zur Landschaftspflege.

Ich bitte Sie daher, der Standesinitiative Folge zu geben.