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Bircher Martina · Nationalrat · 2021-09-29

Bircher Martina · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2021-09-29

Wortprotokoll

Die Pflegerinnen und Pfleger in der Schweiz sind unterbezahlt und arbeiten zu viel. Die Qualität leidet. Insbesondere seit der Corona-Pandemie hören wir das tagein, tagaus. Das Rezept dagegen? Mehr Staat, mehr Vorschriften, mehr Regulierung. Damit machen Sie das System teurer, aber nicht besser. Mit der Überalterung der Gesellschaft braucht es mehr Pflegekräfte; das ist unbestritten, und das hat der Markt schon längst erkannt. Dazu braucht es weder Staat noch Politik.

Selbst eine Pflegehelferin, die einen Kurs mit 120 Lektionen und einem 15-tägigen Praktikum absolviert, verdient danach über 4000 Franken monatlich. Erzählen Sie das einem Koch, der eine dreijährige Lehre macht und nicht wirklich viel bessere Arbeitszeiten hat. Es braucht empathische Menschen und keine Akademiker. Oder meinen Sie, ein 90-Jähriger frage seine Pflegerin nach ihrem Masterabschluss? Neben diesem niederschwelligen Zugang zur Pflegeausbildung braucht es aber auch innovative Spitäler und Heime. Diese Arbeitgeber haben heute schon keine Probleme, ihre Stellen zu besetzen, im Gegenteil: Das Pflegepersonal steht Schlange. [PAGE 1978]

Solange aber Steuergelder nach dem Giesskannenprinzip ausgeschüttet werden, erstickt jeglicher Wettbewerb. Die Pflege braucht liberale Rahmenbedingungen. Wenn die Branche auch mal über ihre Kommunikationsstrategie nachdenken würde, statt immer alles nur schlechtzureden - ja, ich muss schon fast sagen, statt immer nur zu klagen -, sollte man auch mal über die schönen Seiten des Pflegeberufs reden. Dann, ja dann würden sich vielleicht auch wieder mehr junge Menschen finden, die diesen Beruf ausüben möchten.