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Carobbio Guscetti Marina · Ständerat · 2021-12-01

Carobbio Guscetti Marina · Ständerat · Tessin · Sozialdemokratische Fraktion · 2021-12-01

Wortprotokoll

Die nationalrätliche Kommission hat am 26. März 2021 die Motion 21.3453, "Wissenschaftliche Begleitung von Long-Covid-Fällen", angenommen. Die Motion wurde dann vom Nationalrat mit 126 zu 51 Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen. Der Bundesrat soll damit beauftragt werden, genügend finanzielle Mittel zur Erforschung des Post-Covid-19-Syndroms, kurz "Long Covid", zur Verfügung zu stellen. Dazu halte ich im Namen der Kommission Folgendes fest:

Das Virus Covid-19 beschäftigt uns schon seit fast zwei Jahren. Ein Teil der Erkrankten kann mit einer guten Genesung rechnen, doch bei Weitem nicht alle. Viele leiden noch Monate an den Spätfolgen der Krankheit. Während die hospitalisierten Krankheitsfälle erfasst werden, sind Patientinnen und Patienten, die zuhause bleiben, auf sich allein gestellt; dies auch, wenn sie von lang anhaltenden Symptomen betroffen sind. Alle Betroffenen sind im Alltag beeinträchtigt und leiden teilweise massiv.

Studien des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass rund 40 Prozent der klinisch behandelten Personen wochen- oder monatelang über anhaltende Symptome klagen. Dazu gehören zum Beispiel Kurzatmigkeit, Gelenkschmerzen, anhaltender Husten, Ohnmacht, starke Übelkeit, "fatigue", Nerven- und Muskelschwäche, Depressionen. Mittlerweile sind sämtliche Altersgruppen betroffen. Die Ergebnisse einer Studie vom Juli dieses Jahres von Professor Milo Puhan mit dem Projekt "Corona Immunitas" zeigen Folgendes auf: Mehr als ein Viertel der 433 Teilnehmenden hat sich selbst nach sechs bis acht Monaten nicht vollständig erholt. 55 Prozent klagten über anhaltende Müdigkeit und ein Viertel über Kurzatmigkeit und Anzeichen einer Depression.

Die Zahlen sind besorgniserregend. Diese Patientinnen und Patienten müssen ernst genommen werden. Die Notwendigkeit, Ressourcen für die Nachsorge von Covid-19-Erkrankten als auch für die Forschung bereitzustellen, ist evident.

Auf wissenschaftlicher Ebene gibt es mehrere laufende nationale und internationale Studien zu Long Covid. Dazu gehört das nationale Projekt "Corona Immunitas". Auch die WBK-S befasste sich schon vor einigen Monaten mit der Frage der [PAGE 1163] wissenschaftlichen Erforschung von Covid-19 und traf sich mit Forschenden und Mitgliedern der Taskforce des Bundes.

Es ist wichtig, dass die Forschung zu den Long-Covid-Fällen auch auf politischer Ebene begleitet und unterstützt wird. Die Kommission ist sich einig, dass die Langzeitfolgen von Covid-19-Erkrankungen weiter erforscht werden müssen; die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu solchen Langzeitfolgen würden zwar laufend erweitert, trotzdem seien aber noch viele Fragen ungeklärt.

Im Rahmen der Beratung der vorliegenden Motion hat die Kommission auch die Petition 21.2012, "Eine nationale Strategie der Schweiz für Long-Covid- und ME/CFS-Patientinnen und -Patienten", behandelt. Die Myalgische Enzephalomyelitis, auch bekannt als chronisches Fatigue-Syndrom, und Long Covid sind ähnlich in ihrem Krankheitsbild, da chronische Müdigkeit und Erschöpfung bei beiden Erkrankungen auftreten. Gemäss der Mehrheit der Kommission, die Ihnen beantragt, die Motion anzunehmen, soll dieses Krankheitsbild bei den Arbeiten infolge der Motion deshalb besonders berücksichtigt werden - wenn die Motion angenommen wird.

Ich erinnere daran, dass die nationalrätliche Kommission zusammen mit der Motion ein Postulat eingereicht hat. Das Postulat 21.3454 verlangt vom Bundesrat einen Bericht über die finanziellen Auswirkungen von Long Covid auf Betroffene und auf die Sozialversicherungen. Diese beiden Vorstösse ergänzen das vom Ständerat angenommene Postulat 21.3014, "Sicherstellung einer angemessenen Behandlung und Rehabilitation für Menschen mit Long Covid".

Wie ich schon gesagt habe, wurde die Motion, die wir jetzt diskutieren, vom Nationalrat angenommen. Die SGK-S stimmte der Motion mit 10 zu 3 Stimmen zu. Der Bundesrat beantragt ebenfalls die Annahme der Motion.

Eine Minderheit beantragt, die Motion abzulehnen. Sie anerkennt zwar den Bedarf, die Langzeitfolgen von Covid-19-Erkrankungen weiter zu erforschen. In ihren Augen ist die vorliegende Motion aber nicht notwendig, um die in der Antwort des Bundesrates beschriebene ergänzende Unterstützung des Bundes zu gewährleisten.

Ich bitte Sie, der Mehrheit der Kommission zu folgen und die Motion anzunehmen.