Graf Maya · Ständerat · 2021-12-16
Graf Maya · Ständerat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2021-12-16
Wortprotokoll
Ich habe meinem Kollegen, Herrn Salzmann, sehr gut zugehört. Seine Fragen gehen ja alle in die Richtung, dass das geltende Waffenrecht eigentlich zu streng sei und dass Waffen insbesondere auch zur Selbstverteidigung helfen könnten. Eine Frage war, ob sie in diesem Bereich nicht auch eine Hilfe sein könnten.
Ich möchte in diesem Zusammenhang an die Frau Bundesrätin gerne folgende Frage stellen, weil nämlich der Bundesrat letzten Freitag, am 10. Dezember, in Erfüllung meines Postulates 19.3618 einen Bericht zu den Ursachen von Tötungsdelikten - vor allem an Frauen, aber auch an Männern - im häuslichen Umfeld und Massnahmen dagegen veröffentlicht hat. Es gab dazu eine Erhebung der polizeilichen Kriminalstatistik. Ich möchte Ihnen diese nicht vorenthalten, weil sie wichtig ist im Zusammenhang mit der entsprechenden Frage an die Frau Bundesrätin.
Gemäss der polizeilichen Kriminalstatistik wurden von 2011 bis 2020 insgesamt 479 Personen in der Schweiz getötet. 255 Opfer, das sind 53 Prozent, standen in einer familiären oder partnerschaftlichen Beziehung mit der beschuldigten Person. Von den 147 Personen, die innerhalb einer bestehenden oder ehemaligen Partnerschaft getötet wurden, waren 134, also 91 Prozent, weiblich. Für denselben Zeitraum bei den vollendeten Tötungsdelikten war die Schusswaffe mit 31 Prozent das häufigste Tatmittel, gefolgt von Schneid- und Stichwaffen mit 27 Prozent und Körpergewalt mit 22 Prozent. Es gibt jetzt aktuelle Analysen, welche diesen Zahlen noch weiter nachgehen.
Ich möchte in diesem Zusammenhang gerne Frau Bundesrätin Keller-Sutter fragen, ob es in diesem Bereich [PAGE 1415] Massnahmen braucht, um Tatwaffen, vor allem Schusswaffen, im häuslichen Bereich zu sichern oder ihren Gebrauch zu vermindern. Wie gesagt, sind sie eine grosse Problematik im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt.