Herzog Eva · Ständerat · 2022-03-14
Herzog Eva · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2022-03-14
Wortprotokoll
Bitte entschuldigen Sie, Frau Bundesrätin, dass ich mich noch zu Wort melde. Ich war vorhin ja zu wenig schnell. Ich wollte eigentlich nichts sagen, aber was Kollege Noser vorhin gesagt hat, kann hier nicht unwidersprochen als letztes Wort unseres Gremiums vor Ihnen im Rat stehengelassen werden.
Es geht hier nicht einfach nur darum, Nobelpreise zu gewinnen. Die Anreize für Forschende und ihre Bedürfnisse, sich irgendwo zu melden und ein Forschungsprogramm zu entwerfen, können sehr unterschiedlich sein, und Nobelpreise können selbstverständlich auch ein Ziel sein, das man erreichen will. Hier geht es um ein gesellschaftliches Phänomen. Ich kenne genügend Menschen - Freunde, Bekannte -, die Angehörige mit Alzheimer verloren haben. Das ist ein gesellschaftliches Phänomen, und die Anzahl der Betroffenen wird in den nächsten Jahren zunehmen.
Es wurden auf beiden Seiten viele Argumente vorgebracht, die ich unterstütze, die zweifellos zutreffen, aber gerade auch in den Begründungen des Bundesrates und in der Kommission wurden Gegenargumente vorgebracht, die ich nicht verstehen kann. Die Nationale Demenzstrategie ist kein Forschungsprogramm, und im NFP 74 hat sich genau eines von 34 Projekten dem Thema gewidmet. Es gibt Argumente auf beiden Seiten, aber gerade ein NFP darf auch gesellschaftliche Anliegen aufgreifen und erfüllen.
Deshalb bitte ich Sie - wirklich provoziert durch Kollege Noser mit seinen Nobelpreisen -, diese Motion anzunehmen.