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Graf Maya · Ständerat · 2022-03-14

Graf Maya · Ständerat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2022-03-14

Wortprotokoll

Ich möchte Ihnen beliebt machen, diese Motion zur Schaffung eines nationalen Forschungsprogramms zur Alzheimerkrankheit heute anzunehmen, und zwar aus folgenden Gründen.

Die Alzheimerkrankheit ist nicht nur sehr aktuell, sie ist eine der grössten gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahre. Wir müssen mehr darüber wissen, was die Alzheimerkrankheit ist und wie sie behandelt werden kann, welche Medikamente und welche Therapien nützen. Es ist so, dass es im Brief, der uns von drei Organisationen zugestellt wurde, die sich zugunsten dieser Motion aussprechen - Alzheimer Schweiz, Swiss Memory Clinics und Stiftung Synapsis Alzheimer-Forschung Schweiz -, klar heisst: "Die Alzheimerforschung ist ungefähr auf dem Stand der Krebsforschung vor vierzig Jahren. Ein langfristig angelegtes nationales Forschungsprogramm wäre aus unserer Sicht ein wirksames Mittel."

Ich möchte mich nicht wiederholen, Ihnen aber sagen, dass sich mit der zunehmenden Alterung unserer Gesellschaft die Zahl der Menschen mit Demenz in der Schweiz voraussichtlich bis 2050 verdoppeln wird und dass die Erforschung der Alzheimerkrankheit eben eine wichtige gesundheits- und gesellschaftspolitische wie auch volkswirtschaftliche Bedeutung hat. Anstrengungen, die Ursachen dieser Krankheit zu erforschen und Therapien gegen die Alzheimerkrankheit zu entwickeln, sind daher vordringlich. Wir sollten diese Gelegenheit heute nicht verpassen.

Ich möchte auch noch darauf hinweisen, dass es selbstverständlich von grosser Wichtigkeit ist, dass es jetzt diese Nationale Plattform Demenz gibt. Sie wurde im März des letzten Jahres lanciert, sie folgte auf die Strategie und hat sich etabliert. Mit der Strategie sollen Fortschritte dauerhaft verankert werden. Die Nationale Plattform Demenz soll dazu beitragen, "die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen zu verbessern". Das ist extrem wichtig, und dort muss weitergearbeitet werden. Parallel dazu brauchen wir aber die Forschung, um Therapien, Medikamente, eine bessere Behandlung für Alzheimerpatientinnen und -patienten zu finden. Damit können auch die Angehörigen entlastet werden. Die Zusammenarbeit zwischen forschender Industrie und der Grundlagenforschung der Hochschulen hat sich ja in der Pandemie bewährt; das haben Sie, Frau Kommissionssprecherin, auch erwähnt. Man sollte jetzt dort anknüpfen und die Chance für den Standort Schweiz nutzen. Der Bereich der Erforschung von Alzheimer ist nicht nur in der Schweiz wichtig, sondern in der gesamten westlichen Welt.

Dazu möchte ich anfügen, Kollege Sommaruga hat es bereits erwähnt, dass Schweizer Forschende bei vielen Programmen im Bereich Alzheimer nicht mehr mitforschen können, [PAGE 157] weil wir an Horizon Europe nicht mehr vollassoziiert sind. Das ist ein Grund mehr, ein nationales Forschungsprogramm zu starten. Ein wichtiges Kriterium der nationalen Forschungsprogramme ist übrigens, dass sie "einen Beitrag zur Lösung wichtiger Gegenwartsprobleme leisten".

Ich bitte Sie, der Motion zuzustimmen.