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Villiger Kaspar · Bundesrat · 2002-12-03

Villiger Kaspar · Bundesrat · Luzern · 2002-12-03

Wortprotokoll

Ich danke Herrn Hess Hans für das Zitat, aber er hat nur die Hälfte zitiert. Er hat nämlich nicht gesagt, dass man Sport ja auch ohne staatliche Förderung betreiben kann und dass dies besonderen Spass macht. (Heiterkeit) Aber ich stehe natürlich voll zum Sport und erbringe dafür auch den - staatlich nicht geförderten - Tatbeweis.

Jetzt aber zum Problem. Zunächst danke ich dafür, dass es um eine haushaltneutrale Rochade geht; das weiss ich als Finanzminister natürlich zu schätzen. Ich glaube aber trotzdem, dass Sie die Anträge ablehnen sollten.

Nach Schätzungen haben wir heute in der Schweiz Gesundheitsschäden in der Grössenordnung von 40 Milliarden Franken zu begleichen; das sind etwas weniger als 10 Prozent des gesamten Bruttoinlandproduktes. Für die Prävention stehen sehr viel weniger Mittel zur Verfügung, nämlich weniger als 5 Prozent. Wir setzen im internationalen Quervergleich auch verhältnismässig wenig Mittel für die Gesundheitsprävention und die Gesundheitsförderung ein. Es trifft natürlich auch zu, dass die Förderung sportlicher Aktivitäten einen Beitrag leistet. Wenn ich mein "Arthroseknie" betrachte, sehe ich allerdings, dass Sport manchmal auch den umgekehrten Effekt haben kann; das muss ich auch zugestehen.

Die Präventionsmassnahmen des BAG verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, und man kann sie nicht gegen die Massnahmen zur Förderung von Bewegung und Sport ausspielen. Wenn Sie anschauen, was alles unter Prävention fällt, stellen Sie fest, das es doch ein sehr weites Feld ist. Ich habe eine ganze Liste. Dazu gehören die Prävention gegen Aids, gegen Drogen- und Tabakmissbrauch, über den wir gestern gesprochen haben, die Prävention gegen Alkoholmissbrauch und Massnahmen für Gesundheit und Umwelt generell. Wenn Sie das in ein Verhältnis zu den verfügbaren Mitteln setzen, sehen Sie, dass es in der Tat nicht allzu viel ist. Die Aktionen und die Präventionsarbeit werden immer entsprechend evaluiert, und es wird überprüft, ob sie ihren Zweck eigentlich erfüllen. Es gibt auch ein sehr gutes, funktionierendes Netzwerk mit verschiedenen Partnerorganisationen, unter anderem mit dem Bundesamt für Sport. Hier findet seit ungefähr zehn Jahren eine gute Zusammenarbeit statt.

Wenn Sie nur diesen Bereich betrachten, kann man natürlich sagen, das sei nicht enorm viel Geld. Aber immerhin gibt der Bund meines Wissens etwa 90 Millionen Franken pro Jahr für den Breitensport aus. Das ist mehr als das Doppelte der Beträge für die Prävention; dieses Verhältnis müssen Sie also auch anschauen. Obwohl ich ehrlicherweise zugebe, dass mein Herz durchaus auf der "Sportseite" schlägt, bin ich der Meinung, dass die Mittel, die wir für die Prävention haben, eher an der untersten Grenze liegen und wir sie nicht noch kürzen sollten.

Herr Hess, wir beide könnten durch unser Vorbild einen Impuls zugunsten des Sportes geben, aber in diesem Bereich sollten Sie es bei der Fassung des Bundesrates belassen.