Jauslin Matthias Samuel · Nationalrat · 2022-03-17
Jauslin Matthias Samuel · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion · 2022-03-17
Wortprotokoll
Ich bitte Sie, dieses Postulat abzulehnen.
Die Frau Bundesrätin hat vorhin gesagt, man müsse Farbe bekennen. Ja, ich bekenne Farbe. Ich bin überzeugt, dass wir zusammen zu guten Lösungen kommen. Ich habe übrigens auch Verständnis für Kollege Storni, der diese Problematik aufgezeigt hat. Aber es kann nicht sein, dass wir jetzt im Gebäudeprogramm auch noch Massnahmen für Umverteilungen von Reich zu Arm oder von Arm zu Reich einbauen. Schlussendlich haben wir ein Konzept mit den Gebäudeprogrammen in den Kantonen, die durchaus funktionieren. Wenn es Kantone gibt, die ihren Pflichten nicht nachkommen, dann ist dort die Verantwortung zu suchen. Ich glaube nicht, dass es jetzt noch mehr Bundesfinanzen für Umverteilungen im Zusammenhang mit diesem Postulat braucht.
Ich möchte aber auch platzieren, dass wir derzeit in der Beratung von mehreren Geschäften sind, die solche Unterstützungen ermöglichen würden, unter anderem beim indirekten Gegenvorschlag zur Gletscher-Initiative. Auch dort ist es ein Thema: Wie können wir solche Finanzierungen organisieren? Gibt es eine Möglichkeit, vor allem beim Heizungsersatz mitzuhelfen, sodass Umbauten schneller vorankommen, die entsprechenden finanziellen Aufwendungen getätigt werden können? Es ist bekannt, dass bereits am Montag und Dienstag die UREK-N tagt und über die Problematik der Finanzierung diskutiert wird. Unter anderem ist auch die Idee von erweiterten Bürgschaften auf dem Tisch.
Daher ist dieses Postulat, wie es vorliegt, in Anführungszeichen "überflüssig". Es bringt in diesem Sinne keinen Mehrwert, sondern das Anliegen sollte direkt in die Kommission eingebracht werden.
Noch ganz kurz zu den Mengen, die hier auch angesprochen worden sind: Irgendeinmal ist das Gewerbe nicht mehr in der Lage, alle Projekte in dieser kurzen Zeit zu realisieren. Es wurden die Heizungen angesprochen, die ersetzt werden müssen. Zurzeit sind es im Bereich der Wärmepumpen rund 30[NB]000, 35[NB]000 pro Jahr, die eingebaut werden. Ich lege meine Interessen offen: Ich bin Präsident der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz. Die Kapazität der Branche liegt in der Grössenordnung von rund 50[NB]000 Wärmepumpen pro Jahr - dann ist irgendeinmal fertig, nicht weil wir nicht [PAGE 526] möchten, sondern weil wir einfach nicht mehr können. Es fehlt irgendeinmal an Material, es fehlt irgendeinmal an Geräten, es fehlt auch irgendeinmal an Fachkräften.
Es sind nicht einfach Arbeitskräfte, sondern Fachkräfte. Wenn Sie ein Gebäude sanieren oder wenn Sie eine Heizung ersetzen und nicht die richtigen Fachleute beiziehen, nicht die richtigen Fachleute zur Verfügung haben, gibt es kein gutes Resultat. Es gibt zwar ein Resultat, aber die Qualität oder auch die Quantität lassen dann je nachdem zu wünschen übrig. Wir müssen hier also ein Gleichgewicht finden. Ich bin überzeugt, dass die UREK-N diese Problematik aufnehmen und schlussendlich entsprechend diskutieren wird.
Ich bitte Sie in diesem Sinn, das Postulat abzulehnen. Ich möchte hier noch einmal unterstreichen, dass ich durchaus Verständnis für die Problematik habe, ich möchte sie aber in der Kommission angehen, viel schneller, als hier den Umweg über ein entsprechendes Postulat zu machen.