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Estermann Yvette · Nationalrat · 2022-05-11

Estermann Yvette · Nationalrat · Luzern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2022-05-11

Wortprotokoll

Pro Jahr werden in der Schweiz 11[NB]000 ungeborene Kinder abgetrieben. Damit Sie sich eine Vorstellung machen können: Das entspricht einer Gemeinde in der Grösse von Meilen, Wallisellen oder Ebikon (LU). 5 Prozent dieser 11[NB]000 Kinder sind nach der zwölften Schwangerschaftswoche abgetrieben worden. 2020 waren es 528 Kinder. Diese Spätabtreibungen bedeuten nicht nur eine Gefahr für die Mütter, sondern sie stellen auch für das medizinische Personal, das diese Abtreibungen durchführen muss, eine schwere Belastung dar. Eine Abtreibung hat für Frauen oft psychische oder auch körperliche Folgen, zum Teil auch schwere. Ja, wir haben auch mit Fehldiagnosen zu kämpfen. Werden diese überhaupt richtig untersucht?

Der Bundesrat sieht trotz dieser hohen Zahl keinen Handlungsbedarf. Deshalb haben wir uns entschieden, zwei Volksinitiativen in diese Richtung zu starten, die den Schutz des ungeborenen Lebens unterstützen sollen und mit denen wir vorhaben, das Anliegen mit einer Abstimmung vors Volk zu bringen.

Dabei gibt es sehr viele Alternativen zu einer Abtreibung. Es gibt sehr viele staatliche und auch private Einrichtungen, es gibt Vereine, die der Mutter in Not, die unter Druck steht oder mit irgendwelchen psychischen oder körperlichen Problemen zu kämpfen hat und deshalb abtreiben möchte, zur Seite stehen. Es gibt auch die Möglichkeit, dass die Frau das Kind [PAGE 753] zur Welt bringt und dann zur Adoption freigibt. Das ist immer noch besser, als das Kind im Mutterleib zu töten.

Wir haben in Zeiten von Corona immer wieder in den Medien gelesen: "Heute sind zwei Leute an Corona gestorben", "Diese Woche liegen 20 Leute auf der Intensivstation". Warum bringen die Medien nicht jeden Monat eine Statistik dazu, wie viele Kinder, die zu 99 Prozent gesund auf die Welt gekommen wären, abgetrieben worden sind? Das wären einmal andere Nachrichten. Es geht mir auch darum, dass die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert wird.

Ich danke Ihnen für die Unterstützung. Wenn Sie diese Motion unterstützen, bitte ich Sie, auch die zwei Volksinitiativen zu unterstützen. Ich bin überzeugt, dass Ihnen viele Frauen dafür dankbar sein werden.

Da ich noch etwas Zeit habe, Frau Präsidentin, stelle ich dem Herrn Bundesrat, wenn er zuhört, gleich eine Frage. Der Bundesrat schreibt in seiner Antwort aus dem Jahr 2020: "Zudem müssen künftig alle schwangeren Frauen, bei welchen pränatale genetische Untersuchungen durchgeführt werden, auf unabhängige Informations- und Beratungsstellen für pränatale Untersuchungen aufmerksam gemacht werden. Die Kantone werden verpflichtet, solche Stellen einzurichten." Ich möchte Sie fragen, Herr Bundesrat, was der neuste Stand ist, wie sich die Umsetzung dieser Empfehlung entwickelt hat.

Ich bitte Sie nochmals, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, uns in diesem wichtigen Anliegen zu unterstützen.