Baumann Kilian · Nationalrat · 2022-05-11
Baumann Kilian · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion · 2022-05-11
Wortprotokoll
Etwa 13 Prozent des Treibhausgasausstosses der Schweiz sind auf die landwirtschaftliche Produktion von Nahrungsmitteln zurückzuführen. Gleichzeitig besteht in der Landwirtschaft ein enormes Potenzial, den Treibhausgasausstoss zu senken und Kohlenstoff in den Böden zu binden. Mit der Klimastrategie Landwirtschaft zeigt der Bund auf, wie die Betriebe ihren Treibhausgasausstoss senken können und wie die landwirtschaftliche Produktion an den Klimawandel angepasst werden kann. Viele dieser Massnahmen werden umgesetzt und zeigen Wirkung. Die Landwirtschaft konnte so ihre Emissionen seit 1990 um rund 13 Prozent senken.
Es wurde also schon viel erreicht. Gleichzeitig besteht noch Luft nach oben. Das Potenzial der Landwirtschaft zur Senkung ihrer Treibhausgasemissionen ist noch nicht ausgeschöpft. Viele Bäuerinnen und Bauern sind sensibilisiert und wissen um die Wichtigkeit von Massnahmen zum Klimaschutz. Sie sind motiviert, ihren Treibhausgasausstoss zu senken, und erkennen das grosse Potenzial, das auf ihren Betrieben schlummert.
Viele innovative Betriebe möchten im Rahmen ihrer betrieblichen Möglichkeiten und Bedürfnisse mit freiwilligen Massnahmen ihren Treibhausgasausstoss weiter senken. Dabei handelt es sich um vielfältige Einzel- und auch um überbetriebliche Massnahmen in allen Bereichen der landwirtschaftlichen Tätigkeit, von agroforstwirtschaftlichen Systemen über die vermehrte Weidehaltung und die Anreicherung der Böden mit Kohlenstoff bis hin zur Nutzung von Synergien zwischen Betrieben, etwa bei der gemeinsamen Nutzung von Landmaschinen und Infrastruktur.
Die Ziele dieser Massnahmen sind die Steigerung der Ressourceneffizienz, die Senkung und die Kompensation von Treibhausgasemissionen, die Senkung der Betriebskosten und schliesslich die Verbesserung der Wertschöpfung. Pilotprojekte wie das AgroCO2ncept Flaachtal zeigen, dass solche freiwilligen Massnahmen ein grosses Potenzial von bis zu 30 Prozent beim Treibhausgasausstoss haben. Dieses freiwillige Engagement gilt es zu unterstützen. Von zentraler Bedeutung ist dabei eine Unterstützung dieser Betriebe bei der gesamtheitlichen Bilanzierung ihrer Emissionen. So können die verschiedenen Potenziale identifiziert werden. Für die daraus abgeleiteten Massnahmen und das Umsetzungskonzept sollen diesen Betrieben die nötigen Beratungsdienstleistungen zur Verfügung gestellt werden.
Mit einem solchen Angebot zur Bilanzierung der betrieblichen Emissionen und einer Beratung zur freiwilligen Umsetzung von innovativen Massnahmen kann ein grosses Potenzial der Schweizer Landwirtschaft zur Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen aktiviert werden. Diesen Betrieben kommt schliesslich auch eine Pionierrolle beim Klimaschutz zu. Erfolgreiche Massnahmen zur Senkung von Treibhausgasemissionen können von anderen Betrieben übernommen und mit der entsprechenden Beratung an ihre eigenen betrieblichen Möglichkeiten und Bedürfnisse angepasst werden. Mit der gezielten Unterstützung von freiwilligen Massnahmen ermöglichen wir einen grossen Schritt hin zu einer klimaschonenden Schweizer Landwirtschaft, ohne den Betrieben neue Vorschriften zu machen.
Ich bitte Sie deshalb, die Motion "Klimaschonende Schweizer Landwirtschaft" zu unterstützen.