Michel Matthias · Ständerat · 2022-05-30
Michel Matthias · Ständerat · Zug · FDP-Liberale Fraktion · 2022-05-30
Wortprotokoll
Ich bin auch Mitglied der Kommission. Nachdem es jetzt aber eine Debatte gibt, möchte ich doch die Kommissionsmehrheit noch unterstützen.
Für mich ist der WWF seit Kindheitstagen eine anerkannte Institution. Wie alle von Ihnen habe auch ich das Wildlife-Spiel jeweils mit viel Sympathie gespielt. Wenn der WWF in diesem Bereich des Tierschutzes die Ablehnung einer wohlgemeinten Motion empfiehlt, dann werde ich hellhörig. Ich zitiere Ihnen nur zwei Sätze aus der Stellungnahme des WWF, die wir erhalten haben. Es wird zum Teil unterstützt, was gesagt wurde, aber, so glaube ich, aus unverdächtiger Quelle.
Es wird anerkannt, dass die Trophäenjagd - es wurde erklärt - insgesamt keinen Riesenbeitrag an das Bruttosozialprodukt eines der betroffenen Länder leistet. Aber, Zitat WWF: "Das daraus generierte Einkommen ist jedoch für die lokale Bevölkerung in den entlegenen, ländlichen Gebieten sehr wichtig. Verliert sie diese Einnahmen, wird die Wilderei zunehmen, damit der Einkommensfluss ausgeglichen und Schäden in der Landwirtschaft vermindert werden können."
Wir sollten bei der heutigen Debatte darüber sprechen und nicht, wie ich finde, mit dem Moralargument kommen, was jetzt gute oder schlechte Jagd ist. Es geht hier nämlich - so ist die Motion jedenfalls motiviert - um die Nutzung bzw. Gefährdung der Arten. Jetzt lese ich, Zitat WWF: "Eine gut geregelte Trophäenjagd hilft hingegen, die Akzeptanz der Bevölkerung zu erhöhen und die Tierbestände zu schützen. In Südafrika und Namibia nahmen die Nashornbestände nach dem Start der kontrollierten Jagdprogramme deutlich zu." Das ist für mich entscheidend: Der Schutz der bedrohten Arten ist die Motivation. Insofern ist bei der Analyse der WWF für mich eine verlässliche Quelle. Das ist meine Entscheidebene; es geht nicht um die moralische Frage, welche Jagd gut und welche schlecht sei.
Entsprechend unterstütze ich die Kommissionsmehrheit und den Bundesrat.