AB 301305
Suter Gabriela · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion · 2022-06-02
Wortprotokoll
Auch bei der zweiten Motion Ihrer UREK geht es um das Potenzial von Fotovoltaik an Lärmschutzinfrastruktur. Ihre Kommission hat die Motion 22.3387 am 30. Mai 2022 einstimmig beschlossen. Ich betone "einstimmig", weil nun ein Antrag auf Ablehnung vonseiten der SVP-Fraktion vorliegt. Es geht darum, die Errichtung von Fotovoltaikanlagen entlang der Nationalstrassen zu erleichtern. Das Potenzial, das im Rahmen des Berichtes zum Postulat Storni errechnet wurde, soll ausgeschöpft werden.
Die Kommission hat den Bericht zum Postulat Storni 20.3616, "Lärmschutzwände entlang von Autobahnen und Bahnlinien. Studie über ihr Potenzial für die Produktion von Sonnenenergie", eingehend diskutiert. Das nutzbare Potenzial entlang der Nationalstrassen, wir haben es vorhin gehört, wird im Bericht auf etwas über 55 Gigawattstunden pro Jahr geschätzt. Das technisch-wirtschaftliche Potenzial beträgt gemäss diesem Bericht 207 Gigawattstunden pro Jahr. Es wird ein Wirkungsgrad der Fotovoltaikpanels von 20 Prozent angenommen. Das ist nicht extrem viel. Aber wir haben es vorhin schon gehört: Wir müssen jetzt jedes Potenzial nutzen, um die Versorgungssicherheit in der Schweiz zu stärken. Gemäss den Energieperspektiven 2050 plus soll unser Strombedarf bis 2050 ja eben vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt werden.
Aus Sicht Ihrer Kommission ist es nicht zwingend, dass diese Flächen entlang der Nationalstrassen vom ASTRA selbst ausgenützt werden müssen. Das ASTRA soll diese möglichen Flächen auch Dritten zur Verfügung stellen. Es handelt sich beispielsweise um Anlagen an Lärmschutzwänden, Überdeckungen, Halbüberdeckungen, Böschungen und weiteren Infrastrukturen, die mit vertikal gestellten, bifazialen Modulen eben auch besonders viel Winterstrom produzieren.
Um diese Nutzung zu fördern, sollen diese Flächen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Dazu ist eben eine Änderung der Nationalstrassenverordnung nötig. Das ist das, was die Motion auch entsprechend fordert. Noch einmal: Wir müssen aus Sicht Ihrer Kommission jedes Potenzial ausschöpfen. Es kann für Dritte interessant sein, diese Flächen zu nutzen.
Ich bitte Sie deshalb im Namen der Kommission, dieser Motion zuzustimmen.