Schiesser Fritz · Ständerat · 2002-12-11
Schiesser Fritz · Ständerat · Glarus · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2002-12-11
Wortprotokoll
Hier haben wir einen neuen Artikel, der vom Bundesrat nicht vorgeschlagen wurde. Er ist in der Kommission eingebracht worden, die ihn ohne Opposition übernommen hat. Es geht um die Verwertung der Schafwolle. Weil dieser Artikel in der Botschaft des [PAGE 1243] Bundesrates nicht enthalten ist, möchte ich ein paar Ausführungen dazu machen.
Im Rahmen der "Agrarpolitik 2002" hat das Parlament beschlossen, die Unterstützung der Verwertung von Schafwolle von ursprünglich 1,8 Millionen schrittweise auf 600 000 Franken zu reduzieren und im Jahre 2004 vollständig abzubauen. Mit diesem Beitrag wird vor allem die Inlandwollzentrale unterstützt. Verschiedene Kreise befürchten, dass diese Zentrale ohne staatliche Unterstützung nicht aufrechterhalten werden kann und dass damit die Verwertung der inländischen Wolle gefährdet wäre. Diese Befürchtung ist vor dem Hintergrund der seit 1980 steigenden Schafbestände - von 350 000 Tieren auf 450 000 Tiere - zu sehen. Diese Schafe müssen gemäss Tierschutzgesetz geschoren werden, was jährlich 900 Tonnen Schurwolle ergibt. Davon werden rund 370 Tonnen an die Inlandwollzentrale abgeliefert, der Rest wird zu rund 40 Prozent durch die Züchter direkt vermarktet bzw. zu 60 Prozent als Abfall auf mehr oder weniger problematische Weise entsorgt.
Ihre Kommission erachtet die Schafzucht als Lieferantin eines landwirtschaftlich wichtigen Rohstoffes. Der Absatz der Schafwolle soll weiterhin gesichert bleiben, namentlich durch das Fortführen der Unterstützung der Inlandwollzentrale. Dies sichert das Funktionieren des Marktes und ist somit eine relativ wenig marktverzerrende Unterstützung.
Die WAK beantragt deshalb, in das Landwirtschaftsgesetz eine Kann-Vorschrift für Unterstützungsleistungen des Bundes für die Vermarktung von Schafwolle aufzunehmen.