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Burgherr Thomas · Nationalrat · 2022-06-16

Burgherr Thomas · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2022-06-16

Wortprotokoll

Aufgrund des Berichtes in Erfüllung des Postulates 19.3974 der Finanzkommission des Nationalrates stehen Verbesserungen des Lohnsystems und [PAGE 1291] der Leistungsbeurteilung zur Diskussion. Ich möchte mit meiner Motion den Bundesrat beauftragen, folgende Punkte bei der aktuell vorgesehenen Modernisierung der Lohn- und Leistungsbeurteilungsstruktur vorzusehen:

1.[NB]Das Beurteilungssystem soll fünf oder eine höhere ungerade Zahl Beurteilungsstufen enthalten. Es braucht für die Beurteilungslogik eine ungerade Anzahl Beurteilungsstufen. Sonst ist man verleitet, zu gute Beurteilungen abzugeben, insbesondere wenn es, wie heute, nur vier Stufen gibt. Das zeigen auch die Statistiken. Mit wenigen Ausnahmen werden die Stufen 3 und 4 verteilt, was zu faktisch automatischen Lohnerhöhungen und wenig aussagekräftigen Beurteilungen führt. Es sind scheinbar alle rundum zufrieden.

2.[NB]Aus diesem Grund sollen auch neue Zielerreichungsbezeichnungen eingeführt werden, zum Beispiel mit den Begriffen "nicht erfüllt", "teilweise erfüllt", "erfüllt", "übertroffen" und "deutlich übertroffen". Die heutigen Begrifflichkeiten "gut", "genügend" usw. setzen falsche Beurteilungsanreize. Sie sind zu vage. Wir nehmen an, die meisten Mitarbeitenden sind "gut" oder "sehr gut", sonst würde ja etwas mit den Einstellungskriterien nicht stimmen. Solche Beurteilungsraster bringen aber wenig. Es sollte bei der Beurteilung nicht darum gehen, "gut" oder "genügend" zu sein, sondern es soll um die Zielerfüllung gehen. Die Zielerfüllung misst sich am Ziel, nicht an der vagen Bezeichnung "gut" oder "genügend". Wenn Leute "sehr gut" sind, müssen die Ziele höher gesteckt werden, damit auch sie im Rahmen einer normal verteilten Zielerreichung liegen. Mit der heutigen Beurteilung müssten ja fast alle Beamten unterfordert sein. Wenn die meisten Mitarbeitenden die Ziele "übertreffen" oder "deutlich übertreffen", stimmt etwas mit der Beurteilung oder der Zielformulierung nicht.

3.[NB]Daher braucht es eine Glockenverteilung, sonst wären die Mitarbeitenden mit der gegebenen Zielsetzung konstant über- oder unterfordert. Relative Beurteilungsformen führen viel eher zu einer ausgewogenen, besseren und aussagekräftigen Beurteilungsverteilung.

4.[NB]Es sollten neue Lohnentwicklungsparameter eingeführt werden, die keine automatische Lohnerhöhung bei den mittleren drei Beurteilungsstufen beinhalten.

Diese vier Punkte ergänzen die Analyse und Beurteilungen im Rahmen des Postulates der Finanzkommission und würden einen Mehrwert für das Gesamtsystem bringen. Entgegen der Stellungnahme des Bundesrates wurden zumindest die ersten drei Punkte im Bericht nicht erwähnt. Die Beurteilungsstufen und Zielerreichungsbezeichnungen wurden nicht untersucht. Auch die Ungleichverteilung bei den Beurteilungen wurde nicht thematisiert.

Daher bitte ich Sie, diese Motion zur Verbesserung der heute nach wie vor unbefriedigenden Leistungsbeurteilung in der Bundesverwaltung anzunehmen.