Dettling Marcel · Nationalrat · 2022-09-20
Dettling Marcel · Nationalrat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2022-09-20
Wortprotokoll
Wo stehen wir heute? Wir haben grösste Probleme mit der Versorgungssicherheit im Bereich Energie - wir haben zu wenig Energie. Nun kommt mit dieser Initiative noch der Angriff auf die Versorgungssicherheit im Bereich der Nahrungsmittel. Wir wissen es: Bereits heute hat im Ernstfall in diesem Land nur jeder Zweite genügend zu essen.
Wir mussten uns bei den letzten Voten vieles anhören, vor allem von linker Seite. Es hiess, die Landwirtschaft würde die Umwelt zerstören. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Landwirtschaft ist seit Jahrzehnten, seit Jahrhunderten Teil der Lösung. Warum haben wir all die schönen Moorlandschaften in der Schweiz? Weil die Landwirte und ihre Vorfahren diese seit jeher gepflegt haben. Die Bauern pflegen die Landschaft, da hat auch der Tourismus etwas davon, und die Biodiversität lebt davon. Wir machen mehr, als wir[NB]müssten. Die Bauern müssten 7 Prozent Biodiversitätsförderflächen ausweisen. Wir machen heute bereits das Dreifache, und Ihre Seite ist selbstverständlich immer noch nicht zufrieden. Die Bauern pflegen die Biodiversitätsökoflächen, das macht nicht das Sekretariat der Grünen. Es sind die Bauern und ihre Familien, die diese Flächen pflegen.
Die Initiative zerstört die Versorgungssicherheit im Bereich Energie. Wieso? Wenn die Biodiversitäts-Initiative angenommen wird, bauen Sie keinen einzigen Stausee mehr in diesem Land. Mit der Landschafts-Initiative bauen Sie kein einziges Windrad mehr in diesem Land. Sie zerstören wichtige Flächen, der Selbstversorgungsgrad und die Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln werden noch weiter sinken. Denn Sie haben utopische Forderungen. Sie möchten 30 Prozent der Landesfläche als Biodiversitätsförderflächen ausscheiden. Das sind zusätzliche 150[NB]000 Hektaren, das entspricht dem Kanton Luzern. Diese Flächen können Sie dann nicht mehr für die Nahrungsmittelproduktion nutzen, obwohl Herr Gugger vorhin etwas anderes behaupten wollte. Er wurde jedoch korrigiert, es wurde gesagt, dass das nicht stimme. Ich kann das nur bestätigen: Auf Biodiversitätsförderflächen können Sie keine Nahrungsmittel produzieren.
Es wurde gesagt, in der Schweiz würde zu viel gebaut. Da gebe ich Ihnen von der linken Seite recht. Wieso helfen Sie nicht endlich der SVP, das explodierende Bevölkerungswachstum zu bremsen? Ein paar Zahlen: 2002 hatten wir noch 7,2 Millionen Einwohner in diesem Land. 2022 werden wir wahrscheinlich 8,9 Millionen Einwohner haben. Ein kleines Land mit knapp 9 Millionen Einwohnern - und Sie sagen, die Biodiversität gehe zurück. Sonnenklar: ein kleines Land, wenig Fläche, ganz, ganz viele Leute - klar geht die Biodiversität in diesem Bereich zurück. Helfen Sie endlich der SVP, das überdimensionierte Bevölkerungswachstum zu stoppen, das erträgt unser Land nicht, und vor allem erträgt das die Biodiversität nicht!
Die Zeit der Träumer ist vorbei. Die Realität hat uns eingeholt. Helfen Sie uns, damit wir eben in Zukunft nicht zu wenig, sondern genügend Strom haben. Helfen Sie uns, damit wir genügend zu essen haben in diesem Land, und lehnen Sie die utopischen Forderungen der zwei Initiativen und den Gegenvorschlag ab!