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Graf Maya · Ständerat · 2022-09-21

Graf Maya · Ständerat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2022-09-21

Wortprotokoll

Ich möchte Ihnen beantragen, dass wir der parlamentarischen Initiative Folge geben und die Büros unserer beiden Räte beauftragen, hier eine selbstverständlich praktikable, langfristig bezahlbare und technisch umsetzbare Lösung zu finden. Ich bin überzeugt, dass nicht nur der Zeitpunkt gekommen ist, dies intensiv abzuklären und eine Lösung zu suchen, sondern dass das auch enorm wichtig ist.

Warum ist es wichtig? Sie haben es gehört, die Initiative verlangt, dass Live-Streams der Parlamentsdebatten in National- und Ständerat zu gewährleisten sind, um die Barrierefreiheit zu verbessern. Es sollen zudem Übersetzungen von ausgewählten Debatten, also nicht von allen, in die Gebärdensprache geprüft werden. Also ist auch das ein Prüfungsauftrag. Dies ist auch wichtig, weil die Schweiz als Mitglied der UNO-Behindertenrechtskonvention gemäss dieser verpflichtet ist, Hindernisse zu beheben, mit denen Menschen mit Behinderungen konfrontiert sind, und ihre Inklusion und ihre Gleichstellung in der Gesellschaft zu fördern. Dazu gehört vor allem auch die politische Teilhabe.

Viele Menschen sind nämlich auf Untertitel angewiesen. Diese sind die Voraussetzung für die politische Teilhabe. Es gibt 1,3 Millionen Menschen mit Schwerhörigkeit und 10[NB]000 gehörlose Menschen in der Schweiz. Zudem sind Untertitel auch für Menschen mit Migrationshintergrund enorm wichtig, um die Sprache zu lernen, um unser politisches System zu verstehen und zu verfolgen.

Es ist machbar, denn viele Medien untertiteln alle ihre redaktionellen Sendungen ja heute schon. Man trifft diese vor allem in den sozialen Medien, aber auch überall sonst an. So hat die SRG das Angebot jüngst auch auf die Online-Kanäle ausgeweitet. Ich will hier zwar nicht Werbung machen, aber als Beispiel sei dies erwähnt: "Blick TV" macht das seit Beginn. Die Non-Profit-Organisation Pro Audito Schweiz sowie der Schweizerische Gehörlosenbund blicken auf eine jahrelange Erfahrung in der Live-Untertitelung und im Dolmetschen mittels Live-Gebärdensprache zurück. Es kann also auch auf dieses Wissen und die langjährige Erfahrung der Menschen, die betroffen sind und das schon immer getan haben, zurückgegriffen werden.

Ich möchte Ihnen auch zu bedenken geben, dass es sich lohnt, in diesen Dienst zu investieren, denn die automatische Spracherkennung macht riesige Fortschritte. Die Kosten werden mittelfristig also substanziell abnehmen, und, Sie wissen es, je öfter die automatische Spracherkennung genutzt wird, desto besser und auch desto günstiger wird sie. Es ist also alles im Fluss, die Digitalisierung sowieso. Wir sollten hier Schritt halten und jetzt die Türe nicht zumachen, um nicht eine wirklich wichtige Chance zu verpassen.

Ich möchte Sie daher bitten, der parlamentarischen Initiative heute Folge zu geben und die Büros zu beauftragen, hier eine praktikable Lösung zu finden, die selbstverständlich technisch gut umsetzbar ist und sich auch in einem bestimmten Kostenrahmen bewegt. Ich bin überzeugt, dass diese Arbeiten gemacht werden sollten.