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Funiciello Tamara · Nationalrat · 2022-09-29

Funiciello Tamara · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2022-09-29

Wortprotokoll

Con la presente mozione il Consiglio federale è incaricato di creare e/o finanziare una cattedra di economia femminista in Svizzera. A livello mondiale, il 70 per cento del lavoro svolto è costituito da prestazioni di assistenza e cura, quindi servizi domestici e assistenza a persone retribuite e non retribuite. Tuttavia questo immenso settore non viene quasi mai considerato nella teoria economica neoclassica affermatasi nelle nostre università. Dobbiamo aprire gli occhi sulle questioni economiche e macroeconomiche fondamentali in un settore chiave per la sopravvivenza della società.

Anche la crisi sanitaria che abbiamo vissuto negli ultimi anni ci mostra quanto sia importante a livello sociale il lavoro di assistenza e cura - pagato e non pagato - e quanto la situazione possa diventare problematica se non cambiamo rotta e continuiamo a nasconderci dietro la nostra ignoranza, invece di trovare risposte urgenti.

Vi sono importanti studi a livello internazionale di scienziate ed economiste femministe su tali questioni, e in particolare sul futuro finanziamento dell'economia assistenziale. Alcuni atenei cominciano ad agire. L'Università di Vienna, ad esempio, ha recentemente iniziato ad offrire seminari incentrati su questo settore economico in costante crescita. La Svizzera ha la possibilità quindi di fungere da[NB]apripista[NB]in[NB]questo[NB]settore[NB]che[NB]acquisterà sempre più importanza.

Feministische Ökonomie stützt sich auf die Beobachtung, dass Frauen und Männer etwa gleich viele Stunden arbeiten, Frauen jedoch über viel weniger Geld verfügen als Männer.[NB]Darüber hinaus wird ein grosser Teil ihrer Arbeit wirtschaftlich nicht abgebildet. Diese Ausgangslage führt dazu, dass Wirtschafts-, aber auch Sozialpolitik Frauen anders betrifft als Männer.

Frauen arbeiten über 80 Prozent ihrer Lebensarbeitszeit in Berufsfeldern, die mit Sorge- und Versorgungswirtschaft zu[NB]tun haben. Diese umfasst alle personenbezogenen und haushaltnahen Dienstleistungen, also alle unbezahlten und bezahlten Tätigkeiten rund um die direkte Sorge für und die direkte Versorgung von Menschen. Sie trägt wesentlich zu Wohlstand und Lebensstandard in einer Gesellschaft bei. Deshalb ist sie auch nicht auf ein Frauenthema zu reduzieren. Sie ist relevant für die gesamte Gesellschaft und damit auch für die Politiken der Volkswirtschaft.

Diese Sorgearbeit funktioniert anders als z. B. Arbeit in der industriellen Güterproduktion oder im Bereich der Finanzdienstleistungen und wirft deshalb auch andere ökonomische Fragen auf. In Wirtschaftstheorien und der Wirtschaftspolitik kommt sie jedoch kaum vor. Der grosse Anteil der Arbeit[NB]von[NB]Frauen wird so faktisch aus dem, was als Wirtschaft zählt, ausgeschlossen, obwohl diese Arbeit zentral für unser Wohlergehen ist.

Diese Lücken im wirtschaftstheoretischen Diskurs und Denken haben weitreichende Konsequenzen für unsere Gesellschaft, für die wirtschaftliche Positionierung von Frauen sowie für die ökonomischen Theorien als Wissens- und Politikbereiche. Weil diese Lücken vorwiegend Frauen betreffen, sind sie eine zentrale Frage der feministischen Ökonomie. Aus diesen Lücken folgen Strategien, Ressourcenentwicklungen und Programme, die der Lebensrealität einer Mehrheit der Menschen nicht gerecht werden.

Ein Beispiel für die Dysfunktionalität wirtschaftspolitischer Massnahmen ist z. B. das Abrechnungssystem im Gesundheitswesen. Analog zur industriellen Güterproduktion sollen immer mehr Menschen in kürzerer Zeit in weniger, dafür grösseren Spitälern gepflegt werden. Dies stellt nicht nur eine grosse Belastung für die Pflegenden dar, sondern ist für die Pflege als Arbeit geradezu dysfunktional und stellt letztlich die Würde der Menschen infrage.

Wir müssen uns also fragen: Wie kann dieser für ein menschenwürdiges Leben unerlässliche Wirtschaftssektor zukünftig finanziert und seine Organisation nachhaltig implementiert werden, ohne dass er sich auf die finanzielle und zeitliche Ausbeutung von Frauen und anderen unterbezahlten Arbeitskräften verlassen muss? Diese Frage müssen wir klären, auch als Gesellschaft, und dafür brauchen wir wissenschaftliche Unterstützung. All die Arbeiten, all die Studien, über die wir heute in der Schweiz verfügen, basieren auf freiwilliger Arbeit, auf privaten Institutionen. Das kann eigentlich nicht sein! Auch die Politik hat diesbezüglich eine Aufgabe wahrzunehmen, es ist aber auch eine Aufgabe für die Wissenschaft. [PAGE 1851]

Ich bitte Sie daher, die Annahme der Motion zu unterstützen und nicht auf das Argument einzugehen, das sei ein Problem, das die Universitäten selbst lösen müssten, und da sie es bis heute nicht gelöst hätten, solle man es doch sein lassen.