Lexipedia

Cassis Ignazio · Bundesrat · 2022-12-06

Cassis Ignazio · Bundesrat · Tessin · 2022-12-06

Wortprotokoll

Mit dieser Kreditbotschaft beantragt Ihnen der Bundesrat die Teilnahme der Schweiz an der Weltausstellung 2025 in Osaka.

Ist ein so grosser physisch stattfindender Anlass in Zeiten der Digitalisierung noch zeitgemäss? Das haben wir uns natürlich auch gefragt. Die Antwort ist klar ausgefallen und lautet: Ja! Die Leute suchen weiterhin persönliche Begegnungen an grossen Veranstaltungen. Die vielen gut besuchten [PAGE 2163] Festivals und Anlässe in der Schweiz und weltweit haben uns das gezeigt. Natürlich werden die digitalen Kanäle, die wir während der Pandemie alle verstärkt benutzt haben, auch in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen. Aber der direkte Kontakt kann nicht einfach ersetzt werden. Veranstaltungen wie Weltausstellungen bleiben wichtig. Die Schweiz hat gute Gründe, daran teilzunehmen. Das zeigen unsere Erfahrungen von der Expo in Dubai.

A Dubaï, le pavillon suisse a reçu de nombreux prix. Avec 1,7 million de visiteurs, il a été l'une des attractions de l'expo. Sur le plan financier, le budget de 16,4 millions de francs a été respecté. Ce pavillon, qui a dû faire face au défi de la pandémie, nous a permis de développer et de tester une approche hybride de la communication, avec une offre de contenus à la fois physique et digitale. Nous emporterons avec nous au Japon les expériences faites à Dubaï.

La participation à l'Exposition universelle 2025 d'Osaka nous permettra de mieux nous positionner au Japon sur des thèmes porteurs pour notre pays. Le Conseil fédéral, dans le message qu'il vous a adressé le 18 mars 2022, s'est donc prononcé en faveur de la participation de la Suisse à l'Exposition universelle de 2025 à Osaka.

Die Expo in Osaka stösst auf grosses Interesse. 138 Länder und 8 Organisationen haben ihre Teilnahme bereits bestätigt. Gerechnet wird mit 150 Ländern und 25 Organisationen. Auch unsere Nachbarn nehmen an der Expo teil. Österreich hat zum Beispiel 18 Millionen Euro für den Auftritt budgetiert. Deutschland, Frankreich und Italien planen Auftritte im Umfang von zwischen 50 und 60 Millionen Franken. An der Expo erwartet werden 28 Millionen Besucherinnen und Besucher, hauptsächlich aus Japan.

Wie Sie wissen, ist Japan aussenpolitisch ein Schwerpunktland des Bundesrates. Es ist ein wichtiger Partner auf multilateraler Ebene. Auch wirtschaftlich ist das Land für die Schweiz bedeutsam. Mit knapp 7 Milliarden Franken Exportvolumen oder einem Anteil von 3,1 Prozent ist Japan unser achtgrösster Exportmarkt. Bei der Forschung und Innovation ist Japan ebenfalls ein wichtiges Partnerland. Es gibt über siebzig Partnerschaftsverträge zwischen schweizerischen und japanischen Universitäten und Forschungszentren. Bei unseren diplomatischen Besuchen im April dieses Jahres konnte ich noch weitere Abkommen unterzeichnen.

Das Expo-Thema lautet: "Designing Future Society for Our Lives". Es ist bewusst breit gehalten. Fünf Jahre vor dem Zielhorizont der Agenda 2030 zur Erreichung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung wird der Anlass auch ein Schaufenster für Best Practices im Bereich der Nachhaltigkeit sein.

Der Bundesrat will im Schweizer Pavillon an diese Themen anknüpfen. In einer Umfrage konnten potenziell interessierte Partner wie zum Beispiel die beiden ETH, Universitäten und Hochschulen, die Schweizerisch-japanische Handelskammer, Switzerland Global Enterprise, Schweiz Tourismus und das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation ihre thematischen Präferenzen angeben. Daraus haben sich drei Themenschwerpunkte für den Schweizer Pavillon herauskristallisiert: Das erste Themenfeld, "Planet", befasst sich mit der Umwelt, der Nachhaltigkeit, dem Klima und der Energie. Der zweite Schwerpunkt, "Life", setzt sich mit Life Sciences der Gesundheit und Ernährung auseinander. Das dritte Themenfeld, "Augmented Human", rückt das schweizerische Know-how in den Bereichen Robotik und künstliche Intelligenz ins Zentrum.

Aktuell läuft eine Ausschreibung für die Planung und den Bau des Pavillons. Dabei wurden verschiedene Vorgaben gemacht. So soll der Pavillon zum Beispiel nachhaltig sein. Er soll aus Holz oder anderen wiederverwendeten oder wiederverwertbaren Materialien gebaut werden. Auf der Fassade und in der Umgebung soll die touristische Schweiz kommuniziert werden. Die wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Inhalte sollen in Wechselausstellungen, die gemeinsam mit dem Veranstaltungsprogramm geplant werden, Platz finden. Schliesslich soll eine emotionale und immersive Ausstellung das breite Publikum für die Schweiz, ihre Qualitäten und ihre Innovationskraft begeistern.

Zu den finanziellen Aspekten: Im Vergleich zur Teilnahme an den Weltausstellungen 2010 in Shanghai und 2015 in Mailand, bei welchen die Budgets 24 Millionen respektive gut 23 Millionen Franken betrugen, hat der Bundesrat die Ausgaben für eine Expo-Teilnahme klar reduziert. Wie erwähnt, betrug das Budget für den Schweizer Pavillon in Dubai 16,4 Millionen Franken. Im Vergleich zu Dubai ist das Kostenniveau insbesondere für den Bau und Betrieb eines Pavillons in Japan jedoch rund zweieinhalbmal höher. Hinzu kommen die aktuellen Unsicherheiten auf dem Beschaffungsmarkt für Baumaterial. Um das Ziel zu erreichen, das Budget für den Auftritt in Osaka im Vergleich zu Dubai nicht allzu sehr zu erhöhen, wird der Pavillon in Japan deutlich kleiner konzipiert.

Auf dem Expo-Gelände wurde eine Fläche von 900 Quadratmetern reserviert, was für den Pavillon eine Fläche von rund 1500 Quadratmetern erlaubt. Im April dieses Jahres war ich selber vor Ort und konnte mir ein Bild der Lage machen. Es ist ein wunderschöner Ort. Ich bin überzeugt, dass es eine Freude sein wird, die Schweiz dort vorzustellen.

Das dafür notwendige Budget beläuft sich auf 19,4 Millionen Franken. Die Personalkosten in der Höhe von 2,4 Millionen Franken und die Vorbereitungsarbeiten im Umfang von 300[NB]000 Franken sind nicht Teil des Verpflichtungskredites. Dieser beträgt somit 16,7 Millionen Franken, verteilt über die nächsten vier Jahre.

Sponsoren sollen der Schweiz einen positiven Imagetransfer ermöglichen und gleichzeitig den Nettoaufwand der Eidgenossenschaft reduzieren. Die neuen Sponsoringrichtlinien, von denen in Ihren vorherigen Voten oft die Rede war und deren Erarbeitung ich in Auftrag gegeben hatte, sind nun seit eineinhalb Jahren in Kraft. Damit verfügen wir über ein wirksames Regelwerk für das Sponsoring. Dieses Regelwerk wurde jüngst auch mit guten Resultaten evaluiert. Die Risikoabwägung ist strenger geworden. Es werden nur Partner akquiriert, die einen inhaltlichen Beitrag zum Thema des Pavillons leisten können oder einen positiven Imagetransfer ermöglichen. Als Konsequenz der strengeren Richtlinien wird der Sponsoringanteil an den Kosten für unseren Auftritt etwas kleiner. Vor diesem Hintergrund wurde das Sponsoringziel für Osaka auf 4,4 Millionen Franken festgelegt.

Auch aus der Covid-Pandemie hat das EDA die Lehren gezogen. Die Kontrollen der Projektrisiken wurden verschärft. Risiken wie eine erneute Pandemie, eine unvorteilhafte Entwicklung der Baukosten oder eine Verschlechterung der geopolitischen Situationen werden nun in einer Matrix abgebildet. Diese wird regelmässig überprüft. So kann bei Bedarf rechtzeitig reagiert werden. Verträge mit Lieferanten werden so formuliert, dass sie im Falle einer Absage oder Verschiebung der Veranstaltung schadlos gekündigt werden können. Die Finanzdelegation wird, wie schon bei der Weltausstellung in Dubai, regelmässig über den Projektstand, die Finanzen und die Risikoentwicklung orientiert.

In der Überzeugung, dass die Expo in Osaka eine hervorragende Gelegenheit für die Interessenwahrung unseres Landes in Japan bietet, bitte ich Sie, der vorliegenden Kreditbotschaft zuzustimmen. Grazia fitg per Vossa attenziun.