Studer Lilian · Nationalrat · 2022-12-12
Studer Lilian · Nationalrat · Aargau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2022-12-12
Wortprotokoll
Mehrere Nationalrätinnen aus verschiedenen Parteien - einige davon Mitglied des FC Helvetia - haben zusammen diskutiert, wie das Parlament die vom Schweizerischen Fussballverband eingereichte Kandidatur der Schweiz als Austragungsort für die Uefa-Frauen-Europameisterschaft 2025 unterstützen kann. Es ist nicht das erste Mal, dass unser Rat eine solche Erklärung zu einer solchen Kandidatur der Schweiz traktandiert. Schon bei der Uefa Euro 2008 der Herren in den beiden Ländern Schweiz und Österreich wollten wir als Parlament damals ein politisches Signal geben. Sowohl wir Nationalrätinnen als auch die grosse Mehrheit der Kommission kamen zu dem Schluss, dass wir uns diese Möglichkeit auch dieses Mal nicht entgehen lassen wollen.
Auch heute geht es darum, ein solches politisches Signal zu setzen. Denn die grosse Mehrheit der Kommission ist der Ansicht, dass es eine grosse Chance für die Schweiz wäre, die grösste frauenspezifische Sportveranstaltung Europas durchzuführen. "Die Begeisterung, die die Frauenfussball-EM dieses Jahr in England entfacht hat, spricht für sich", sagte ein Kommissionsmitglied. Und ein anderes Kommissionsmitglied betonte: "Es geht nicht darum, Symbolpolitik für die Frauen zu betreiben. Es geht vielmehr darum, den Sport im Allgemeinen zu vertreten, denn Sport verbindet, weckt Emotionen und hat eine Ausstrahlungskraft über seine Grenzen hinaus."
Fakt ist, dass es die grösste Sportveranstaltung wäre, die bis dahin in der Schweiz für Frauen durchgeführt worden wäre. Mit der Organisation der Frauenfussball-EM 2025 würde die Schweiz zudem die Gelegenheit erhalten, sich als Gastgeberland zu präsentieren und zu profilieren, und zwar gerade auch im Sinne des Marketings für den Tourismusstandort, und dies zudem nachhaltig. Denn die bestehenden Stadien könnten mit ihrer vorhandenen Infrastruktur entsprechend genutzt werden. Die Distanzen zwischen ihnen sind kurz, und unser Land ist auch nicht gross, wie Sie wissen. Dazu sagte der BASPO-Direktor Matthias Remund, der auch an der Kommissionssitzung teilnahm, es sei ein Zeichen der Wertschätzung, dass Basel, Bern, Genf und Zürich die Standorte der Hauptstadien wären und dass auch St. Gallen, Luzern, Thun sowie Lausanne mit ihren Stadien beteiligt wären. Alle guten Stadien in der Schweiz würden also einbezogen. Auch das Tessin soll übrigens anscheinend laut Projektentwurf nicht aussen vor gelassen werden.
Der Bundesrat sieht in dem Vorhaben, so wörtlich, "eine grosse Chance für die Schweiz und die Weiterentwicklung des Frauen- und Mädchenfussballs".
Die Erklärung des Nationalrates soll insbesondere gegenüber der Uefa das Signal geben, dass die Politik, unser Parlament, die Bewerbung unterstützt und dass sie hofft, dass die Schweiz den Zuschlag erhält. Dies ist ein wichtiges Signal, denn ohne politische Unterstützung, sei es auf Gemeinde-, Kantons- oder Bundesebene, kann eine solche Grossveranstaltung nicht durchgeführt werden, und dies prüft auch die Uefa. Wie ich gehört habe, entscheidet die Uefa nun übrigens erst Anfang April über den Austragungsort. Konkurrenz ist auch vorhanden.
Die Kommission stimmte der Erklärung mit 20 zu 2 Stimmen bei 0 Enthaltungen zu.
Die kleine Minderheit sah diese Erklärung eher als Symbolpolitik und meinte, dass wir immer neue Projekte anstreben würden, dass man sich an diese nach einigen Jahren jedoch kaum noch erinnere. Auch müsste man alle Sportarten gleich behandeln, lautete ein Kommentar.
Ich komme langsam zum Schluss: Toll wäre es, wenn wir als gesamte Schweiz ganz Europa bei uns zu Gast haben dürften. Es wäre doch toll, wenn wir alle beim Eröffnungsspiel unsere Frauen-Nationalmannschaft anfeuern und einen ereignisreichen, emotionalen, fairen und verbindenden gesamtschweizerischen Grossanlass durchführen und erleben dürften.
Sie haben die Erklärung vor sich und konnten sie bereits lesen. Ich lese Ihnen aber den letzten Abschnitt noch kurz vor, damit wir alle von demselben sprechen: "Mit dieser Erklärung möchten wir klar zum Ausdruck bringen, dass auch die nationale Politik hinter diesem Vorhaben steht. Die Durchführung der grössten frauenspezifischen Sportveranstaltung Europas ist eine grosse Chance für die Schweiz, sich dem Kontinent zu präsentieren, und zwar als sportliche, freundliche und kompetente Gastgeberin eines nachhaltigen Turniers mit vollständig bestehender Infrastruktur, Stadien, Hotels und kurzen Distanzen auf einem bestens funktionierenden Verkehrsnetz."
Herzlichen Dank für Ihr Signal!