Brunner Thomas · Nationalrat · 2022-12-12
Brunner Thomas · Nationalrat · St. Gallen · Grünliberale Fraktion · 2022-12-12
Wortprotokoll
Unsere heutige Wirtschaftskraft, aber auch unser Wohlstand, diese Dinge basieren weitgehend auf Vorleistungen unserer Vorgänger und Vorgängerinnen in den Bereichen Bildung und Forschung, also Investitionen in Humankapital und in günstige Rahmenbedingungen. Diese zu halten, bedeutet auch heute, dass wir ins Morgen investieren müssen.
Nun ist Forschung heutzutage aber nicht mehr etwas, das im stillen Kämmerlein stattfindet. Netzwerke werden immer wichtiger, insbesondere mit den Nachbarn, also von der Schweiz aus gesehen mit Europa. Ebenfalls immer wichtiger werden gemeinsame Infrastrukturen, denn alleine kann man sich diese fast nicht mehr leisten. Partnerschaft auf Augenhöhe, wir haben es schmerzlich erfahren, ist heutzutage nicht mehr einfach selbstverständlich. Das European Research Infrastructure Consortium ist also eine Chance. Nun beantragt der Bundesrat, bei einem halben Dutzend dieser Infrastrukturen vom Beobachterstatus in den Mitgliedstatus zu wechseln, also nicht generell, sondern dort, wo Interessen und Nutzen konkret erkennbar sind.
Nachdem wir unsere Exekutive ja wiederholt gerügt haben, dass sie als Folge einer unglücklichen Taktik die Forschungszusammenarbeit mit der EU riskiert respektive dass für uns nun viele Türen verschlossen sind, wäre Skepsis gegen solche Partnerschaften auf Augenhöhe doch sehr verwunderlich. Es ist also nichts als logisch, dass wir von der grünliberalen Fraktion dieser Vorlage geschlossen zustimmen.