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Brunner Toni · Nationalrat · 2003-03-17

Brunner Toni · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2003-03-17

Wortprotokoll

Es tut mir Leid, dass Sie sich noch kurz mit dem Luchs beschäftigen müssen, aber Sie haben meine Frage nicht befriedigend beantwortet. Im Kanton St. Gallen haben 14 000 Unterzeichnende den Willen bekundet, dieses Luchsprojekt mit weiteren Aussetzungen von Menschenhand zu beenden. Man hat ungesehen dieser grossen Willenskundgebung direkt an der St. Galler Grenze, im Kanton Thurgau, weitere Luchse angesiedelt bzw. ausgesetzt. Nun ist einer dieser Luchse, ein Männchen namens Turo, anstatt in den Kanton St. Gallen in Richtung Schwarzwald gewandert. Dort hat man ihn wiederum 140 Meter von der Grenze entfernt mit einem Betäubungsmittelpfeil erlegt und ihn dorthin zurückgeführt, wo man ihn anfänglich ausgesetzt hatte.

Ich frage Sie: Wohin soll das führen, wenn man einen Luchs künstlich verpflanzt und er, weil er keine Grenzen kennt, nicht dorthin wandert, wo er hinsollte? Nun macht er das vielleicht wieder. Wie rechtfertigt der Bundesrat diese Eingriffe, die immer wieder passieren? Wo ist der gesunde Menschenverstand überhaupt noch gefragt? Wenn man schon von der freien Wildbahn redet, sollte man eigentlich den Luchsen auch die freie Wildbahn lassen. Ich bitte Sie, mir zu beantworten, wo für Sie die Schmerzgrenze bezüglich der menschlichen oder staatlichen Eingriffe liegt, wenn sich ein Luchs nicht so verhält, wie man das von ihm erwartet.

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