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Rösti Albert · Bundesrat · 2023-03-15

Rösti Albert · Bundesrat · Bern · 2023-03-15

Wortprotokoll

Ich nehme dazu gerne im Namen des Bundesrates wie folgt Stellung: Der Energieverbrauch einer Blockchain-Lösung hängt vom Mechanismus ab, wie die digitalen Transaktionen validiert werden. Das wird auch Mining genannt. Je nach Validierungsmassnahmen ist das mehr oder weniger energieintensiv.

Die internationale Tendenz geht durchaus in Richtung energieeffizienterer Lösungen - man sucht hier nach Methoden mit weniger Stromverbrauch. Das geschieht im Moment ohne spezielle Förderung. Die Treiber sind vor allem ökonomisch, weil energieintensiver ja auch kostenintensiver heisst. Es haben also alle ein Interesse daran, dass es am Ende weniger Strom braucht.

In der Schweiz wird das energieintensive Mining von Bitcoin kaum durchgeführt; das ist, glaube ich, das wesentliche Element. Der Stromverbrauch für Information, Kommunikation und Unterhalt ist seit 2010 rückläufig. Der Energieverbrauch von Krypto ist ein internationales und kein Schweizer Thema.

Der Bedarf an Rechenzentren ist in der Schweiz zunehmend - das ist richtig -, dies aber kaum aufgrund der Distributed-Ledger-Technology, zu denen auch Blockchain gehört. Der Bundesrat ist bemüht, mit Effizienzmassnahmen dem Anstieg des Verbrauchs bei Rechenzentren entgegenzuwirken, denn deren Effizienzpotenzial wird auf 46 Prozent - also sehr hoch - eingeschätzt. Ich glaube, gerade mit dem Mantelerlass haben wir jetzt auch ein Instrument, diesen [PAGE 518] Effizienzmarkt, geschaffen, das auch hier dazu beitragen könnte, die Effizienz zu steigern.

Die Verwendung von Blockchain-Lösungen gewinnt derzeit auch in anderen Bereichen wie Industrie, Pharma oder Detailhandel an Bedeutung. Ihr Energieverbrauch ist in der Industrie aber eher vernachlässigbar, da energieeffiziente Lösungen verwendet werden.

Das Postulat fordert die Erhebung des Energieverbrauchs von Distributed Ledger Technology. Eine solche Erhebung ist wegen des eben gerade Gesagten kaum umsetzbar. Aufgrund der vielfältigen Anwendungen müssten praktisch in allen Wirtschaftszweigen Daten erhoben werden. Zudem ist es zweifelhaft, dass eine solch komplexe Datenerhebung effektiv zu belastbaren Aussagen führen würde. Da der Energieverbrauch von Blockchains zudem kaum in der Schweiz, sondern vor allem im Ausland anfällt, erachten wir den Nutzen als untergeordnet.

Aus diesen Gründen bittet Sie der Bundesrat, das Postulat abzulehnen.