Wasserfallen Christian · Nationalrat · 2023-03-16
Wasserfallen Christian · Nationalrat · Bern · FDP-Liberale Fraktion · 2023-03-16
Wortprotokoll
Im Herbst 2021 hat der Bundesrat die vom BASPO und dem Sportdachverband Swiss Olympic ausgearbeitete Strategie zur Unterstützung von Sportgrossanlässen zur Kenntnis genommen. Jetzt geht es bei solchen Strategien ja meistens darum, dass man nicht nur Papier produziert, sondern eben auch entsprechend zur Tat schreitet und versucht, diese Anlässe mit einer Grundkonzeption und Finanzierung auch effektiv zu fördern.
Das Ziel dieser Vorlage ist es nun, grosse Sportveranstaltungen zu fördern, zu unterstützen und sie auch zu nutzen, damit man die jeweilige Sportart unterstützen und fördern kann. Die Verbände sind angehalten, bei ihren Sportarten auch immer wieder eine Weiterentwicklung zuzulassen. Die Eishockey-WM der Männer 2026 in der Schweiz wird z. B. wieder einmal eine Chance sein, vielleicht doch noch die Goldmedaille im Männer-Eishockey zu holen; nach zwei Silbermedaillen wäre das wahrscheinlich die nächste Evolutionsstufe, die nötig wäre.
Bei diesen grossen Sportveranstaltungen ist es ja auch immer wieder ein Thema, dass man einer Sportlergeneration eine Perspektive, ein Ziel gibt. Viele Sportlerinnen und Sportler arbeiten ja regelrecht darauf hin, in ihrer Sportart z. B. an Olympischen Spielen, an Europameisterschaften, an Weltmeisterschaften teilnehmen zu können. Das ermöglicht wiederum eine Planung und gibt eine Perspektive, die die jungen Leute in unserem Land auch antreibt.
Ich mache eine kleine Klammerbemerkung zu diesen Sportgrossanlässen. Wir hatten in der Vergangenheit einige Sportgrossanlässe. Viele davon waren erfolgreich, einige davon waren aber eben auch problematisch. Erfolgreich war insbesondere natürlich die Europameisterschaft 2008 im Fussball. Aber es hat in jüngster Vergangenheit auch Anlässe gegeben, z. B. das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Pratteln, wo es zu grossen offenen Rechnungen gekommen ist. Hier sind die Veranstalter - und ich kann da aus eigener Erfahrung sprechen, weil ich einmal im Patronatskomitee der Kunstturn-Europameisterschaften in Bern war - auch immer wieder angehalten, bei der Budgetierung wirklich solide Annahmen zu treffen. Beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest beispielsweise ist vielleicht auch mal die Frage nötig, ob dieser Anlass immer noch grösser werden muss oder ob man sich hier im einen oder anderen Bereich wieder einmitten sollte.
Der Kredit von insgesamt 28 Millionen Franken für die Jahre 2025 bis 2029 wird von unserer Fraktion begrüsst. Im Vergleich zur bundesrätlichen Vorlage gibt es nun zwei wesentliche Änderungen. Die erste Änderung ist die Unterstützung des Billie Jean King Cups - einer Tennisveranstaltung, die ja schon in diesem Jahr stattfinden wird - mit 1 Million Franken. Wir werden der Umschichtung dieser Million ins Jahr 2023 zustimmen. Was wir hingegen nicht unterstützen können, ist der Einzelantrag Meier Andreas, weil wir in der Kommission wirklich auch darüber diskutiert haben, dass man diese Million zwar vorzieht, beim gesamten Kredit aber entsprechend rationalisiert.
Bei der zweiten Änderung, die wesentlich ist - darüber hat auch mein Vorredner gesprochen -, geht es darum, dass die wiederkehrenden Anlässe unterstützt werden sollen. Die Mehrheit unserer Fraktion wird auch dieser Änderung zustimmen, da wir folgender Überzeugung sind: Grossanlässe, die nur einmal oder zweimal in der Schweiz stattfinden, bedeuten immer eine riesige Investition. Es sind grosse Events, die vielleicht eine Woche oder vierzehn Tage lang stattfinden, und dann ist die ganze Sache wieder beendet. Bei den wiederkehrenden Sportanlässen hingegen ist es so, dass die Gesamtrechnung in Bezug auf Nachhaltigkeit - die nicht nur aus Ökologie besteht, sondern auch aus Sozialverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit - in aller Regel besser ist als bei ganz grossen Anlässen. Aus diesem Grund sind wir der Auffassung, dass wir der Erweiterung unter klaren Prämissen zustimmen können.
Was sind die Kriterien? Die Anlässe finden wiederkehrend statt. Es gibt keine Giesskanne: Nur bei finanziellen Engpässen - mein Vorredner hat von einer Defizitgarantie gesprochen - soll der Bund wirken können. Es darf keinen Rechtsanspruch auf die Gelder geben, weil wir sonst wieder die Giesskannenproblematik haben, und - das ist uns wichtig - es kann nicht sein, dass wir im Parlament darüber entscheiden, wer wie viel Geld erhält. Das soll in der Kompetenz des Bundesrates bleiben.
Aus diesem Grund unterstützen wir den Antrag der Mehrheit - mit klaren Kriterien - und bitten Sie, der Gesamtvorlage zuzustimmen.