Bregy Philipp Matthias · Nationalrat · 2023-05-02
Bregy Philipp Matthias · Nationalrat · Wallis · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2023-05-02
Wortprotokoll
Je vous donne la preuve que ce n'est pas possible.
Fascht üsser Atu heintsch alli glosut,
was ds Tunisch Ettro da tschudlut;
und ds Tschifra-Muri het nimu gitosut,
und ds Kathri unner ds Chritz schi gstellt.
Und d'Müehma Sänza faht schwär a churru,
sälbscht d'Luwisa äschubleichi chunt;
wa's z'glicher Zit vam Chilchuturru
grad zwelfi schlaht, zer Geischterstund! [PAGE 755]
Was Moritz Gertschen in seinem Gedicht "Abusitz" geschrieben hat, tönt schön. Es stammt aus der Chronik zum 100-jährigen Jubiläum des St. Jakobsvereines, verfasst von Stefan Eggel. Für unsere tägliche Arbeit ist es aber nicht geeignet. Ihr Büro hat diese Frage geklärt und die Motion Reimann Lukas 22.4464 mit 11 zu 2 Stimmen bei 0 Enthaltungen abgelehnt.
Ich sage Ihnen auch noch, warum wir zu dieser Entscheidung gekommen sind - nicht, weil dieses Gedicht nicht schön wäre, sondern weil es Gründe gibt. Ich selbst stamme aus einem zweisprachigen Kanton, in dem die Deutschsprachigen die Minderheit stellen. Ich weiss, dass selbst die Romands verschiedene Patois sprechen. Ich kann Ihnen sagen, dass sie für einen Deutschsprechenden bedeutend unverständlicher sind als das Oberwalliserdeutsch. So kann man miteinander nicht kommunizieren; es braucht einen gemeinsamen Nenner. Im zweisprachigen Kanton Wallis ist es selbstverständlich, dass die Romands Französisch und die Deutschsprachigen Deutsch sprechen - aber eben: ein gutes Französisch, ein gutes Hochdeutsch, damit man einander versteht. Ich mag die verschiedenen Dialekte, mir sind sie sympathisch, abends beim Bier. Gleich geht es den anderen Mitgliedern des Büros. Wenn wir aber hier drinnen seriöse Arbeit leisten wollen, müssen wir uns auf einen Nenner einigen, der es den Medien, der Übersetzung, den Zuschauerinnen und Zuschauern ermöglicht, die Kommunikation nachzuverfolgen. Es hat auch mit Respekt zu tun, seine Sprache so anzupassen, dass sie nicht nur schön, sondern auch verständlich tönt.
Aus diesem Grunde, aus den Erfahrungen heraus, die wir in zweisprachigen Kantonen wie dem Kanton Wallis haben, bitten wir Sie vonseiten des Büros, die Motion abzulehnen - nicht, weil uns das schöne St.-Galler-Deutsch von Lukas Reimann nicht gefallen würde, sondern weil wir möchten, dass wir - Romands, Ticinesi, Bündner wie auch Deutschschweizer - uns verstehen und uns einer Sprache bedienen, die für alle verständlich ist.
In diesem Sinne danke ich Ihnen, wenn Sie Ihrem Büro folgen und den Vorstoss ablehnen.