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Estermann Yvette · Nationalrat · 2023-05-03

Estermann Yvette · Nationalrat · Luzern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2023-05-03

Wortprotokoll

Vor genau zwei Jahren, am 3. Mai 2021, reichte ich eine Motion ein. Der Antrag lautete: Der Bundesrat wird beauftragt, schnellstens dahin gehend Massnahmen einzuleiten, dass keine Person nur basierend auf einem positiven PCR-Testresultat in Quarantäne geschickt oder anderen einschränkenden Verfügungen unterworfen wird. Dies soll nur dann erfolgen, wenn durch zusätzliche Analysen wie hinsichtlich der Anzeichen von Krankheitssymptomen oder des Nachweises eines aktiven Virus eine [PAGE 849] aktive Ansteckungsgefahr durch diese Person nachgewiesen werden kann.

Im Merkblatt des Labors Spiez im Bundesamt für Bevölkerungsschutz wird im Abschnitt, was PCR bedeutet, Folgendes geschrieben: Der Nachteil ist, dass nur Erreger nachgewiesen werden können, deren Gensequenz bekannt ist. Ob ein Erreger infektiös, d.[NB]h. virulent, lebendig, ist oder nicht, bleibt unbekannt.

Der Bundesrat sieht ein, dass es tatsächlich zu solchen Fällen kommen kann. Er schreibt in seiner Stellungnahme: "Es kann nicht komplett ausgeschlossen werden, dass es trotz dieser Vorkehrungen in vereinzelten Fällen dazu kommen kann, dass eine Behörde gegenüber einer Person, welche keine Ansteckungsgefahr darstellt, die Isolation anordnet. Das Bundesamt für Gesundheit schätzt diese Zahl jedoch als gering ein."

Die Berichte, die mich von Bürgern erreichen, sprechen eine andere Sprache. Wir haben sehr viele Corona-Massnahmen gehabt, die sehr viel Leid über unser Land und die Bevölkerung gebracht haben. Es tröstet uns nur, dass die Massnahmen im Ausland vielleicht noch viel schlimmere Folgen hatten als in der Schweiz.

Diese Probleme mit dem PCR-Test sind eine Sache, eine von vielen. Ein Bereich ist besonders schlimm in der Schweiz - es sind die Impfschäden. Heute Mittag hat mir ein engagierter Mann ein Infoblatt mit folgender Aussage in die Hände gedrückt:

"Alleingelassen, der Leidensweg von Impfgeschädigten.

Als Post-Vac-Patienten leiden wir unter schweren und lang anhaltenden Nebenwirkungen der Covid-19-Impfung. Wir haben darauf vertraut, dass die Impfung sicher ist, und aus Solidarität geimpft. Heute lässt man uns mit den Folgen allein. Wir sind invalid oder teilinvalid, müssen unser soziales und berufliches Leben anpassen und fremde Hilfe beanspruchen. Hinzu kommen medizinische und bürokratische Hürden, Versicherungslücken und finanzielle Probleme."

Es wird nicht darüber gesprochen. Hie und da berichtet ein Medium über Impfschäden in der Schweiz. Aber wissen Sie, hinter diesen Menschen stehen Schicksale. Das sind vor allem junge Menschen, Frauen, Männer, die aus einem vollen und aktiven Leben herausgerissen worden sind und zum Teil voll- oder teilinvalid geworden sind. Es ist mir ein Anliegen, Herr Bundespräsident, dass Sie diese Leute nicht vergessen. Sie fühlen sich alleingelassen. Sie absolvieren zum Teil einen Marathon mit ihren Arztbesuchen. Niemand weiss richtig Bescheid, sie werden einfach auch falsch eingestuft, falsch eingeschätzt. Einige müssen sogar ins Ausland, damit ihnen Hilfe zukommt. Solche Zustände dürfen wir in der Schweiz nicht dulden. Ich habe eine grosse Bitte an Sie, Herr Bundespräsident: Nehmen Sie sich dieser Menschen an. Diese Leute haben dem Bundesrat und dem BAG vertraut, haben sich impfen lassen. Jetzt werden sie für ihr Vertrauen bestraft. Ich gebe Ihnen gerne diese Broschüre mit, und ich hoffe, dass das etwas bei Ihnen bewirkt.