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Donzé Walter · Nationalrat · 2003-03-19

Donzé Walter · Nationalrat · Bern · Evangelische und Unabhängige Fraktion · 2003-03-19

Wortprotokoll

Mein Fraktionsvotum wird nicht so präzis sein wie die anderen Voten. Dafür möchte ich die im Saal Anwesenden belohnen, indem ich mein Votum in Versform vorbringe:

Ein Berner namens Edi Janzen

Hat Sorgen wegen der Finanzen

Die Zinsen sind derart im Keller

Nun hat er weniger im Teller

Doch das ist nur ein Teil vom Ganzen!

In unserem Land regiert die Bise

Was führt uns raus aus dieser Krise?

Sind Lehrlingsstellen das Rezept?

Gibt's Einigkeit für ein Konzept?

Wie lange dauert die "Stagnise"?

Dem Volkswirtschaftsminister Deiss

Wird's unterm Stuhl schon langsam heiss

200 000 Arbeitslose und in der Wirtschaft tote Hose! [PAGE 429]

Ob Deiss wohl einen Ausweg weiss?

Der Aufschwung kommt, verspricht der Bundesrat

Doch warten wir vergebens auf den Staat

Die Rechten wollen Steuern senken

Die Linke darf daran nicht denken

Wir lenken mit Bedenken und konsumieren den Salat

Wer will im Angesicht von Steuerqualen

Impulsprogramme aller Arten zahlen?

Verschrieben wird trotz allem die Tinktur

Zur Förderung von KMU und Konjunktur

Es grüssen schon die nächsten Wahlen!

Die Leute fürchten einen dreisten Rentenklau

Ein jeder sorgt sich um die eigne AHV

Trotz Ebbe in der Bundeskasse

Bedienen wir die Luxusklasse

Begehren noch mehr Tunnel für den Stau

Der Chef Finanzen, Kaspar Villiger

Kann's länger zwar, doch auch nicht billiger:

"Ihr könnt nicht immer alles fordern,

Sonst muss ich neue Steuern ordern!

Wer Einsicht zeigt, der macht mich williger ...."

Sind wir am Ende?

Wer löscht die Brände?

Vermag die Banca nazionale

Herbeizuführen das Finale?

Kommt bald die Wende?

Fast schwindlig wird's dem Edi Janzen

Bei seinem Rundblick hin zum Ganzen

Wie sehr auch das Bedürfnis brennt

Und wie das Goldne Kalb sich immer nennt

Es taugt nicht, dass wir länger um es tanzen

Und die Moral von der Geschicht:

Allein mit Fordern geht es nicht

Wir fordern hier ein neues Denken

Bescheidenheit könnt vieles lenken

Wir sehn am Horizont ein Licht.