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Ettlin Erich · Ständerat · 2023-06-14

Ettlin Erich · Ständerat · Obwalden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2023-06-14

Wortprotokoll

Der vom Bundesrat vorgesehene Zahlungsrahmen liegt weitgehend bei demjenigen, der vor vier Jahren für die letzte Periode verabschiedet worden ist. Aus Sicht der Minderheit ist dieser Betrag allerdings zu niedrig angesetzt. Ich gehe daher auf die einzelnen Elemente ein, die einer Anpassung bedürften.

Einerseits erfolgte in der Zwischenzeit eine beträchtliche Teuerung, vor allem in Europa. Dies ist für Schweiz Tourismus eine starke Belastung, denn obwohl aufgrund der Entwertung faktisch weniger Geld zur Verfügung steht, muss die gleiche Leistung erbracht werden. Die Folgen dieser Inflation sind massiv und führen dazu, dass bereits das Sprechen eines gleichbleibenden Betrages wie in der letzten Periode faktisch einer Kürzung gleichkäme. Jährlich braucht es daher zusätzliche 1,25 Millionen Franken, um alleine diesen Faktor auszugleichen.

Andererseits sind die Aufwendungen für das Marketing aufgrund der veränderten Zusammensetzung der Gäste markant gestiegen. In vielen Segmenten wird eine zunehmende Tendenz vom Massen- zum Individualtourismus festgestellt, was ja grundsätzlich auch positiv ist. Diese Entwicklung ist an sich erfreulich, doch erfordert sie vermehrt zusätzliche Werbemassnahmen, die sich an Einzelgäste und Kleingruppen richten. Damit geht eine Erweiterung der Aktivitäten von Schweiz Tourismus einher. Ziel ist es, die Individualgäste anzusprechen und zugleich dafür zu sorgen, dass die Gäste aus den fernen Märkten länger in der Schweiz bleiben. Für diese Massnahmen sind jährlich zusätzliche 2 Millionen Franken notwendig. Immerhin löst jeder in den Schweizer Tourismus investierte Marketing-Franken einen touristischen Umsatz von 30 Franken aus. Es erfolgt also eine massive Hebelwirkung zugunsten unserer Wirtschaft, unserer Kantone und der Schweiz.

Schliesslich müssen auch zunehmend Aufgaben im Bereich der nachhaltigen Entwicklung und der Digitalisierung auf- und ausgebaut werden. Wie der Kommissionssprecher beim Eintreten erwähnte, stellt dies gegenüber der letzten Periode einen Schwerpunkt dar.

Im Bereich der Digitalisierung sind es etwa Bereiche wie Virtual Reality, NFT, Blockchain und künstliche Intelligenz, bei denen die Schweiz und Schweiz Tourismus aktuell bleiben müssen. Langfristig kann die Digitalisierung durchaus zu Einsparungen in anderen Bereichen führen, doch muss zunächst in den nächsten Jahren noch eine entsprechende Aufbauarbeit betrieben werden. Dafür werden pro Jahr zusätzlich 1,5 Millionen Franken benötigt. Damit müssten die anderen Bereiche nicht zurückgestuft werden, was beim Marketing ohnehin schwierig wäre.

Bezüglich der Nachhaltigkeit wurde das Programm Swisstainable geschaffen. Dabei sollen auch das Engagement und die Massnahmen für touristische Nachhaltigkeit global kommuniziert werden. Dies ist auch für das Ansehen der Schweiz im weltweiten Kontext, nicht nur bezogen auf den Tourismus, eine grosse Chance. Dafür werden ebenfalls zusätzlich 1,5 Millionen Franken pro Jahr benötigt.

Eine Erhöhung des Zahlungsrahmens ist daher unabdingbar, um all diese Zusatzaufgaben sowie den Koordinationsaufwand und die Teuerung zusätzlich zu bewältigen. [PAGE 607] Zusammengerechnet sind dies 6,25 Millionen Franken pro Jahr, d.[NB]h. 25 Millionen Franken über diese ganze Periode. Das ist das, was die Minderheit zusätzlich verlangt. Mit dem Antrag unserer Minderheit werden bei diesen Mehraufwendungen die Teuerungsfaktoren ausgeglichen. Danke für Ihre Unterstützung.