Estermann Yvette · Nationalrat · 2023-09-14
Estermann Yvette · Nationalrat · Luzern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2023-09-14
Wortprotokoll
Ich habe am 16. September 2021 eine Motion mit dem Titel "Aufklärung der Öffentlichkeit über Covid-19-Impfungen" eingereicht. Ich zitiere aus dem Text: "Der Bundesrat wird beauftragt, umfassende und leicht verständliche Informationen über die Impfung, die Impfverfahren und die Gefahren einer Impfung zu veröffentlichen." Der Bundesrat weist in seiner Antwort auf Swissmedic hin, das ist alles richtig.
Weiter zitiere ich Buchstabe b meiner Motion: "Es ist das eigene Immunsystem, das den Virus bekämpft und eliminiert. Dies geschieht auch ohne Impfung. Die Impfung ist einzig dazu da, das Immunsystem bereits ohne aktive Infektion auf eine mögliche Infizierung zu trainieren, damit es schneller agiert." Diese Aussage bringe ich deshalb, weil sie an Aktualität gewonnen hat. Wir konnten diese Woche auf der Plattform nau.ch lesen, dass Forschende der Universität und des Universitätsspitals Genf eine Studie betreffend Impfung und Genesung nach einer Infektion durchgeführt haben. Es war während der Pandemie oft so, dass man Leute, die sich aus welchen Gründen auch immer nicht impfen lassen wollten, fast verteufelt hat. Das war nicht ganz richtig, und es wird immer mehr bewiesen, dass auch diese Art der Lebenseinstellung, wie ich es nennen würde, richtig war.
Was haben die Forscher in Genf herausgefunden? Sie haben herausgefunden, dass es sehr gut ist, wenn man sich impfen lässt; das ist klar. Sie haben bewiesen, dass die Ansteckungsquote so von 30 auf 10 Prozent sinkt. Noch stärker ist der Effekt, wenn man die Krankheit bekommt. Danach ist die Gefahr einer erneuten Infektion viel, viel geringer.
Es gibt also verschiedene Wege zum Glück, sage ich jetzt mal. Es werden immer wieder solche Geschehnisse auf uns zukommen, vielleicht gibt es eine nächste Pandemie. Es liegt mir am Herzen, dass wir verschiedene Wege gehen können, dass wir den Menschen die Freiheit lassen, dass sie je nach Immunsystem, je nach Weltanschauung selber entscheiden können, was sie mit dieser Tatsache machen. Ich finde es nicht ganz richtig, dass man alle Leute über den gleichen Kamm schert, denn wir sind Individuen. Jeder soll seinen eigenen Weg finden. Ich möchte noch betonen, dass wir in Zukunft nicht einen Keil in die Bevölkerung schlagen und sagen sollten: Das ist der einzig richtige Weg und das nicht. Es gibt manchmal auch Kreuzungen; der eine Weg kreuzt den anderen, und es gibt eine gute Lösung.
Das sind meine Ausführungen. Ich bin neugierig, was der Bundespräsident noch dazu sagt. Vielleicht kommt noch eine Frage.