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Bellaiche Judith · Nationalrat · 2023-09-14

Bellaiche Judith · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2023-09-14

Wortprotokoll

Die Corona-Pandemie ist zwar der Auslöser, aber nicht der einzige Grund für meinen Vorstoss. Diese Pandemie hat viele Schwachstellen offenbart. Eine davon ist, dass wir über kein Instrument zur systematischen Verfolgung von Krankheitserregern und ihres Veränderungsverhaltens verfügen. Einen Erreger zu finden, ist das eine, seine Mutationen zu monitoren, das andere. Durch fortlaufendes Sequenzieren sind solche Mutationen früh erkennbar; das gilt nicht nur für Viren, sondern auch für Bakterien. Dies erlaubt auch Rückschlüsse auf neue Immunantworten oder eben auf Bakterienresistenzen.

Es gibt sehr viele Viren und Bakterien, über die wir wenig wissen. Deshalb sind wir unvorbereitet, nicht zuletzt, was die zeitnahe und gezielte Entwicklung von Impfstoffen betrifft. Der Gesundheitsschutz ist eine öffentliche Aufgabe. Wir[NB]mussten schmerzhaft erfahren, was es heisst, schlecht vorbereitet zu sein, und wie hoch der Preis dafür ist, in Menschenleben und in Geld.

Der Bundesrat sagt in seiner Stellungnahme zu meinem Vorstoss, dass die genomische Überwachung während der Pandemie markant erhöht werden konnte. Das Genomic Surveillance Program wurde zwölf Monate - zwölf Monate! - nach Ausbruch der Pandemie in der Schweiz, nämlich am 1. März 2021, gestartet. Auch die übrigen vom Bundesrat aufgeführten Bemühungen sind punktuell, lückenhaft und nicht nachhaltig finanziert.

Pandemien stehen auf der Risikoliste und dem Risikomonitoring des Bundes zuoberst. Bakterienresistenzen gelten als eine der grössten Gefahren für die öffentliche Gesundheit. Wir können es uns nicht leisten, unsere Hausaufgaben diesbezüglich liegenzulassen. Die aktuellen Ad-hoc-Massnahmen greifen zu kurz. Die Schweiz braucht eine permanente Überwachung von Viren und Bakterien mittels einer dauerhaften genomischen Überwachungsplattform.

Besten Dank für Ihre Unterstützung.