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Kuprecht Alex · Ständerat · 2023-09-18

Kuprecht Alex · Ständerat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2023-09-18

Wortprotokoll

Um was geht es jetzt eigentlich? Es geht darum, welchen Weg ich einschlage, um den Beruf des Primarlehrers zu erlernen. Es geht nicht um den Beruf des Lehrers von Oberstufenschülern, der eine Maturität und dann einen Hochschulabschluss erfordert, wie das heute der Fall ist. Früher war es so, dass jemand, der schulisch gute Voraussetzungen hatte, die Prüfung machte und dann ins Lehrerseminar ging. Heute braucht es eine Maturität, um den genau gleichen Beruf zu erlernen wie früher am Lehrerseminar. Ich bin nicht ganz sicher, ob dieser Wechsel vom Lehrerseminar hin zu einer pädagogischen Hochschule der bessere Weg ist, um Erst-, Zweit-, Dritt-, Viert-, Fünft- und Sechstklässler zu unterrichten. Ich bin nicht sicher, ob es der bessere Weg ist.

Nun, man hat mal entschieden, dass man heute den Abschluss einer pädagogischen Hochschule haben muss. Es wäre vielleicht möglich gewesen, dass es auch der Abschluss einer pädagogischen Fachhochschule hätte sein können. Lassen wir das mal so, wie es jetzt im Moment ist.

Ich habe jahrelang kaufmännische Angestellte ausgebildet, die während der Lehre oder nachher noch eine Berufsmaturität gemacht haben, entweder lehrbegleitend oder berufsbegleitend. Beides war möglich und ist möglich. An den erfolgreichen Abschluss der Berufsmaturität werden sehr hohe Anforderungen geknüpft. Aber diese Personen bringen auch etwas mit, was Maturanden nicht mitbringen, nämlich eine berufliche Ausbildung als Grundausbildung. Frau Gmür-Schönenberger hat vorhin darauf hingewiesen, eine berufliche Ausbildung ist sehr wertvoll. Stellen Sie sich vor: Ein Maurerlehrling geht vier Jahre in die Lehre, macht danach die Berufsmaturität und geht schliesslich an eine Fachhochschule und wird Bauingenieur. Das ist ein Beruf mit sehr hoher Verantwortung. Es geht nicht nur darum, dass die Gebäude solide sind, es geht auch um die Kosteneffizienz, die eingehalten werden muss. Ein Bauingenieur trägt eine sehr hohe Verantwortung. Ich habe es beispielsweise auch erlebt, dass kaufmännische Lehrlinge, die eine Berufsmaturität gemacht haben, sprachlich ein höchstes Bildungsniveau erreicht haben. Da kann man nicht sagen, sie seien sprachlich nicht so gut ausgebildet. Daher bin ich zur Überzeugung gelangt, dass es wichtig ist, diese Möglichkeit für Absolventen der Berufsmaturität ebenfalls zu schaffen.

Wer dann an der Primarschule der bessere Lehrer ist, werden Sie erst fünf, sechs Jahre später sehen, wenn sie unterrichten. Ich bin nicht überzeugt, dass Maturanden die [PAGE 786] besseren Lehrer sein werden als Absolventen einer Berufsmatura, die eine Berufsschule besucht haben. Ich habe in der eigenen Familie erlebt, dass jemand, der einen PH-Abschluss gemacht hat, zwei Jahre später gemerkt hat, dass er nicht den richtigen Beruf gewählt hat. Das hat man auch in der Schule gemerkt. Ich habe die Erfahrung gemacht, wie Berufsabsolventen auf dem zweiten Bildungsweg ausgezeichnete Lehrpersonen wurden. Es waren Lehrpersonen, die eine bestimmte Physis und eine bestimmte Autorität mitgebracht haben, die sie in ihren Berufen gelernt hatten. Ich glaube, es kann in der heutigen Primarschule nicht schaden, wenn dort vielleicht wieder ein bisschen mehr Disziplin hineinkommt - durch Leute, die einmal eine Berufslehre machen mussten, die während ihrer Lehre "untendurch" mussten, die auch mal "verstanden" sagen mussten. Mit der Motion können wir diese Möglichkeit schaffen.

Ich bitte Sie, die Motion anzunehmen.