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Ettlin Erich · Ständerat · 2023-09-20

Ettlin Erich · Ständerat · Obwalden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2023-09-20

Wortprotokoll

Es ist eine etwas technische Vorlage, das sehen Sie schon daran, dass ich das nicht alles selber geschrieben habe. Ich war mit einer kleinen Truppe aus Obwalden auf Besuch im Kemptthal, wo diese Druckluftkabeltechnologie gemacht wird. Der Hintergrund ist, dass die Hochspannungsleitung Luzern-Berner Oberland über Obwalden geführt wird und hier zu Diskussionen führt. Sie kennen das: Sichtbare Hochspannungsleitungen haben eine geringe Akzeptanz bei den Menschen, obwohl[NB]sie[NB]natürlich[NB]auch[NB]Strom[NB]beziehen;[NB]ich bin mir dessen bewusst.

Ich habe keine Verbindungen zu diesem Unternehmen und keine Interessen, ausser denen des Kantons. Unsere kleine Truppe bestand aus Politikern, aber auch aus Technikern, und ich war als Laie überzeugt und begeistert von den neuen Methoden, die diese kleine Unternehmung anwendet. Sie werden auch im Ausland angewendet, und auch die Fachleute, die uns begleitet haben, haben gesagt, dass das die Zukunft sei, weil die Kabel unterirdisch in die Druckluftkabelröhren verlegt werden können. Diese Röhren haben gewisse Vorteile, die ich ja auch aufgelistet habe.

Wieso bin ich mit der Antwort des Bundesrates nicht zufrieden? Sie ist mir zu passiv. Zusammengefasst sagt sie: Mal schauen, ob sich diese Technologie durchsetzt. Ich glaube, man müsste hier eine aktivere Rolle übernehmen. Deshalb war ich nicht zufriedengestellt. Denn die Vorteile dieser Technologie liegen auf der Hand. Es ist nachgewiesen, dass es bei der Stromübertragung zu einem viel geringeren Energieverlust kommt. Das Landschaftsbild wird natürlich auch verbessert, weil keine Freileitungen mehr notwendig sind. Die Leitungen können in bestehende unterirdische Infrastrukturen, etwa Tunnels, integriert werden - das ist der Vorteil gegenüber Kabeln, die in den Boden verlegt werden. Die Methode wurde auch getestet und sollte nun eigentlich eingesetzt werden.

Die Stellungnahme des Bundesrates bringt kurz gesagt Folgendes zum Ausdruck: Es fehlen Erkenntnisse bezüglich der Langzeitauswirkungen. Aber das ist natürlich ein Dilemma, denn man muss damit irgendwann anfangen können. Das ist, wie wenn sich eine junge, gut ausgebildete Person auf eine Stelle bewirbt und man ihr antwortet, sie habe keine Erfahrung, obwohl man die Erfahrung nur mit einer Anstellung sammeln kann. Das ist auch hier der Fall. [PAGE 848]

Ich glaube auch, dass der Bundesrat die Nachteile der Freileitungsübertragung stark unterschätzt. Denn die Akzeptanz für diese Freileitungen nimmt eher ab als zu.

Es ist, das hat der Bundesrat auch gesagt, davon auszugehen, dass sich die Technologie rasch durchsetzen wird. Das ist mir einfach zu passiv. Es ist eine Schweizer Lösung, sie ist erprobt, sie ist innovativ und im Vergleich mit dem Erdkabel besser. Ich würde hier vom Bundesrat erwarten, dass er sich diese Technik genauer anschaut, sie vorantreibt und versucht, sie auf Strecken einzusetzen, wo es sinnvoll ist, und bei der Planung und Installation zu helfen. Er soll hier auch international eine Vorreiterrolle einnehmen und zur nationalen Anerkennung beitragen.

Man ist bei der Zertifizierung weit, das hat man mir so gesagt. Studien, die noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, zeigen, dass die Energieverluste stark reduziert werden können. Das wäre ein starker Beitrag an die Reduktion der CO2-Emissionen. Es ist eine gangbare Alternative, so die Zusammenfassung.

Die Übertragungsnetze sind eine grosse Herausforderung für die Energieversorgung der Zukunft. Hier zeichnet sich eine innovative, in der Schweiz zur Marktreife gebrachte Alternative ab. Da sollte der Bundesrat aufspringen und diese aktiv fördern.

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