Herzog Eva · Ständerat · 2023-12-05
Herzog Eva · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2023-12-05
Wortprotokoll
Vielen Dank, Frau Berichterstatterin. Ich werde nun kurz den Platz mit dem Vizepräsidenten tauschen und, als im Moment letztes verbliebenes Mitglied der Verwaltungsdelegation, etwas zum Kürzungsantrag beim Voranschlag der Bundesversammlung für das Jahr 2024 sagen.
Die Verwaltungsdelegation hat an ihrer Sitzung vom 17.[NB]November 2023 entschieden, die beantragten Kürzungen beim Voranschlag der Bundesversammlung zu bekämpfen. Da ich das einzige Mitglied unseres Rates bin, das an dieser Sitzung dabei war, habe ich es übernommen, die Haltung der Verwaltungsdelegation im Rat zu vertreten. Ich danke dem Vizepräsidenten, dass er die Sitzungsleitung kurzfristig übernommen hat.
Worum geht es? Ihre Finanzkommission beantragt, den Voranschlag der Bundesversammlung um 2,2 Millionen Franken zu kürzen, indem die vom Bundesrat für den Bundeshaushalt vorgenommene Kürzung von 2 Prozent übernommen wird.
Die Verwaltungsdelegation hat die finanzielle Lage bei der Vorbereitung des Budgets diskutiert. Sie stellte fest, dass das Parlament in der Vergangenheit immer den Kürzungsbeschlüssen des Bundesrates - mit der Opfersymmetrie als Begründung - gefolgt ist. Dieses Jahr stellt sich die Ausgangslage anders dar. Die Verwaltungsdelegation lehnt es ab, der Kürzungsempfehlung des Bundesrates zu folgen, dies aus zwei Gründen: Erstens hat das Parlament 2023 auf den Teuerungsausgleich für die Einkommen und Entschädigungen der Ratsmitglieder verzichtet. Dies entspricht einer vorgezogenen Budgetreduktion von 1,5 Millionen Franken. Zweitens hat das Parlament nachweislich einen Ausbaubedarf in Bezug auf seine Ressourcen. Dieser Ausbau soll [PAGE 1040] insbesondere den parlamentarischen Kommissionen zugutekommen. Erlauben Sie mir, dazu einige Überlegungen mit Ihnen zu teilen.
Die Erfahrungen, die unser Parlament während der letzten Krisen - Pandemie, Energiekrise, Krise in der Ukraine, CS-Krise usw. - gemacht hat, haben die Grenzen unserer Handlungsfähigkeit aufgezeigt. Vielleicht haben Sie in einer Kommission schon die Situation erlebt, dass die Kommission einen anderen Weg gehen oder schneller vorwärtsmachen wollte als der Bundesrat. Vielleicht hatten Sie Glück und das Sekretariat konnte die Kommission darin unterstützen, den eigenen politischen Gestaltungsspielraum zu nutzen. Vielleicht haben Sie es aber auch schon erlebt, dass ein Entscheid verschoben werden musste, weil die Unterlagen oder Vorarbeiten nicht rechtzeitig bereit waren oder weil die Ressourcen dafür nicht ausreichten.
Vor diesem Hintergrund bat die Staatspolitische Kommission des Ständerates die Parlamentsdienste zu Beginn des Jahres um einen Bericht über die personelle Ausstattung der Kommissionssekretariate. Aus dem Bericht geht unter anderem hervor, dass die Schweizerische Bundesversammlung im Vergleich mit Parlamenten anderer Staaten über verhältnismässig wenige Ressourcen verfügt. Dazu nur ein Beispiel: Im Vergleich von dreissig europäischen Ländern liegt das Schweizer Parlament an neunzehnter Stelle - hinter Litauen, Österreich, Dänemark und Portugal. Diese bescheidene Ausstattung ist vor dem Hintergrund des ausgebauten rechtlichen Instrumentariums der Bundesversammlung und ihrer bedeutenden Stellung erstaunlich. Während in anderen europäischen Staaten die Mitwirkungsmöglichkeiten des Parlamentes aufgrund der ausgeprägten Fraktionsdisziplin und der Notwendigkeit der Unterstützung der Regierung beschränkt sind, kann unser Parlament den Gesetzgebungsprozess und die Aussenpolitik in umfassender Weise prägen. Das Gleiche gilt im Bereich der Oberaufsicht: Wenn wir gegenüber dem Bundesrat oder der Bundesverwaltung bestehen wollen, dann brauchen wir dafür die entsprechenden Mittel.
Die SPK und die Verwaltungsdelegation sind zum Schluss gekommen, dass in den Kommissionssekretariaten zusätzliche Mittel notwendig sind, um es den Kommissionen zu erlauben, ihre ausgebauten politischen Rechte umfassend wahrzunehmen - wie sie es in den letzten Jahren zunehmend getan haben und auch in Zukunft weiterhin tun wollen.
Schliesslich weise ich darauf hin, dass die vorgeschlagenen Kürzungen nicht nur den von der SPK beantragten Stellenausbau bei den Kommissionssekretariaten nicht zulassen. Sie haben auch zur Folge, dass das heutige Leistungsangebot für die Ratsmitglieder reduziert werden müsste. Leistungen der Parlamentsdienste für die Ratsmitglieder und die parlamentarischen Organe, die nicht zum Kernauftrag gehören, müssten gestrichen oder auf das absolute Minimum reduziert werden. Kurzum, die vorgeschlagene Kürzung um 2,2 Millionen Franken würde uns bei der Erfüllung unseres Mandates spürbar beeinträchtigen.
Wir Ratsmitglieder haben unseren Beitrag zu den Sparbemühungen des Bundes bereits geleistet, indem wir bei unseren Entschädigungen auf den Ausgleich der Teuerung verzichtet haben. Dass aber auch die erforderlichen Mittel für die Unterstützung der Arbeit in den Kommissionen nicht gewährt werden sollen, schiesst über das Ziel hinaus.
Die Verwaltungsdelegation hält aus diesen Gründen an ihren Anträgen fest und empfiehlt Ihnen, auf die von der Kommission beantragten Kürzungen zu verzichten. Gerne weise ich darauf hin, dass die Finanzkommission des Nationalrates einen gleichlautenden Kürzungsantrag abgelehnt hat und dem Bundesrat folgt.
Ich wechsle jetzt wieder in meine Funktion als Ratspräsidentin.
[VS]
Präsidentin (Herzog Eva, Präsidentin): Ich gebe dem Vizepräsidenten des Bundesgerichtes, Herrn Chaix, das Wort für das Bundesgericht und das Bundesverwaltungsgericht.
[VS]
Chaix François, vice-président du Tribunal fédéral: Ma rapide intervention de ce matin se fait au nom du Tribunal fédéral et des tribunaux fédéraux de première instance. Nous avons pris note avec intérêt et réconfort des réflexions de votre Commission des finances quant à l'éventualité d'une coupe sur les budgets du Tribunal fédéral. Je ne vais pas répéter ici les craintes que nous partageons et qui ont été émises par certains membres de votre Commission des finances sur la séparation des pouvoirs et l'autonomie de la justice. J'en viens directement au sujet qui nous occupe ce matin, à savoir les coupes linéaires dans les budgets. Deux tribunaux de la Confédération sont en mesure d'appliquer ces coupes linéaires telles que demandées par le Conseil fédéral. Le Tribunal fédéral, quant à lui, se trouve dans l'obligation de vous demander de maintenir le budget 2024 tel qu'il l'a établi. Il s'agit donc du budget selon le projet du Conseil fédéral, selon la documentation dont vous disposez.
Il vous le demande pour une raison simple. La réorganisation que le Tribunal fédéral a entreprise il y a un an, avec votre soutien, et qui commence d'ailleurs à porter ses fruits, n'est pas encore achevée - nous sommes au début de l'exercice - et doit être encore consolidée. Concrètement, une réduction de 1[NB]567[NB]500 francs sur les dépenses courantes du Tribunal fédéral portée au budget 2024 tel qu'il vous a été soumis, si elle était affectée aux ressources en personnel du Tribunal fédéral, ce qui représente 85 pour cent de notre budget, mettrait en péril la réorganisation telle que vous l'avez conçue, acceptée, et telle que vous l'accompagnez.
Si nous devions mettre cette coupe en pratique, nous devrions donc l'affecter à d'autres postes du budget. Nous n'avons pas d'innombrables projets qui pourraient être arrêtés. Le coeur de notre activité, c'est la jurisprudence, et le projet auquel nous pourrions porter atteinte serait le projet Justitia 4.0, la digitalisation de la justice suisse. Les responsables de ce projet, puisque le Tribunal fédéral dirige ce projet, nous ont dit qu'une telle coupe dans ce projet aurait pour conséquence de retarder les opérations de plusieurs mois, et évidemment d'avoir un impact sur les cantons qui sont associés à ce projet, et notamment les cantons pilotes.
La question qui se pose aujourd'hui devant vous est celle de savoir si ce projet peut connaître un retard. Il s'agit d'une question éminemment politique. Nous vous laissons donc le soin, dans le strict respect de la séparation des pouvoirs, de trancher cette question.
Concernant le Tribunal administratif fédéral, le maintien de son budget s'explique par la situation migratoire que vous connaissez et par l'augmentation des effectifs au sein du Secrétariat d'Etat aux migrations, qui aura pour conséquence l'augmentation du nombre de recours devant lui.
Je vous remercie de votre attention et reste à votre disposition pour toute question si cela est nécessaire.