Häberli-Koller Brigitte · Ständerat · 2024-02-27
Häberli-Koller Brigitte · Ständerat · Thurgau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2024-02-27
Wortprotokoll
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist eine zentrale Forderung, die wohl von allen unterstützt wird. Schnellere Diagnosen, weniger Doppelspurigkeiten und vor allem auch Kosteneinsparungen müssen wichtig sein und wichtige Ziele bleiben. Ich anerkenne mit der Revision des EPDG auch den guten Willen - es heisst ja "Übergangsfinanzierung" -, den man hier vonseiten des Bundesrates gezeigt hat. Aber wenn wir [PAGE 15] wirklich vorwärtskommen möchten, dann, glaube ich, muss das EPD obligatorisch werden. Es muss zwingend eingeführt werden. Die Freiwilligkeit - das sehen wir bei den heutigen Zuständen - führt zur Eröffnung von nur sehr wenigen Dossiers.[NB]Stand[NB]2023[NB]wurden[NB]19[NB]500[NB]Dossiers in der Schweiz eröffnet.
Der Nutzen für uns Patientinnen und Patienten wird offenbar als fragwürdig betrachtet. Während wir fast alle unsere Bankangelegenheiten aufgrund der sehr einfachen und kundenfreundlichen Lösungen ganz selbstverständlich digital erledigen, eröffnet praktisch niemand ein EPD. Offenbar gilt der Nutzen für die Bevölkerung nicht als offensichtlich. Weil jede Patientin und jeder Patient jede Krankheit gegenüber jeder Leistungserbringerin und jedem Leistungserbringer offenlegen kann, aber nicht muss, wird der mögliche Nutzen, den wir heute sehen möchten, ebenfalls zunichtegemacht. Die Freiwilligkeit, die wir heute kennen, bremst auch den Digitalisierungsprozess im Gesundheitswesen. Ich glaube, es ist deshalb anzustreben, dass man hier wirklich sagt: Wenn wir mit den Zielen, die ich eingangs genannt habe, erfolgreich sein möchten, dann müssen wir ehrlich sein und eine obligatorische Lösung ins Auge fassen.